Die Lage war schwierig – so schien es zumindest. Es hätte wohl kaum jemanden gegeben, der von einer möglichen Niederlage der Füchse Berlin am Donnerstagabend überrascht gewesen wäre. Mit einem nur 13-köpfigen Kader traten die Berliner ihrem Gegner aus Aalborg entgegen. Nach zuletzt dürftigen Auftritten war das definitiv nicht die ideale Ausgangslage für das Champions-League-Spiel gegen das dänische Top-Team. Doch die Füchse belehrten alle Zweifler eines Besseren: Mit 31:28 (17:13) war der Endstand knapper, als es der tatsächliche Spielverlauf vermuten ließ – die Berliner dominierten in der Max-Schmeling-Halle.

Genau dort, wo das Team vor nicht einmal zwei Wochen gegen den SC Magdeburg untergegangen war. Pfiffe und Plakate – nach den Entlassungen von Meistertrainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar – gegen Entscheidungsträger und Geschäftsführer Bob Hanning, blieben diesmal aus. Hatten die Fans im Spiel gegen die Magdeburger noch lautstark ihren Unmut über die getroffenen Personalentscheidungen bekundet, besann sich der Anhang gegen Aalborg nun wieder auf die reine Unterstützung ihrer Mannschaft.

Füchse Berlin: Nicolej Krickau erhält Applaus vom Publikum

Für Siewerts Nachfolger Nicolej Krickau gab es gar Applaus, als er lautstark vom Hallensprecher vor Anwurf über die Lautsprecher angekündigt wurde. „Ich möchte mich für die Unterstützung der Fans bedanken“, wusste Krickau den Support zu schätzen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Anhang und Klub wieder zueinanderfinden und den Trubel der vergangenen Wochen endlich hinter sich lassen möchten – um dem Neustart der Füchse nicht die ziehende Ausdauer eines Kaugummis zu verleihen. „Wir haben gezeigt, dass es sich lohnt, in die Halle zurückzukommen, um guten Handball zu sehen“, sagte Welthandballer Mathias Gidsel sichtlich erleichtert nach dem Spielende.

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Dabei war das Spiel auf dem Papier für die Füchse und Trainer Krickau alles andere als leicht. Nach den kurzfristigen Ausfällen von Nils Lichtlein und Lukas Herburger standen dem 38-Jährigen nur 13 Spieler zur Verfügung.

Füchse siegen verdient über Aalborg und Juri Knorr

Vor 6135 Zuschauern zeigten die Berliner einen insgesamt souveränen Auftritt, dem weder der deutsche Nationalspieler Juri Knorr noch Torwartlegende Niklas Landin Jacobsen im Trikot von Aalborg etwas entgegensetzen konnten. Die Gastgeber hatten die Dänen über nahezu die komplette Spieldauer sicher im Griff, Mitte der zweiten Hälfte sah es gar nach einem Kantersieg aus (28:21, 48. Minute). In der Schlussphase wurde das Ergebnis nochmal etwas enger, aber in Gefahr geriet der Erfolg nie. Ein wahrer Balsam für die Seele aller, die es mit den Füchsen halten – besonders nach den vergangenen schwierigen Wochen und bitteren Niederlagen in der Bundesliga gegen Magdeburg und in Gummersbach.

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