Die Füchse Berlin kommen weiter nicht zur Ruhe. Am Sonntag setzte es beim VfL Gummersbach eine herbe 29:34 (13:18)-Niederlage, die die völlig verdiente Quittung für eine abermals erschreckend schwache Leistung war. Und zusätzlich gab es in den vergangenen Tagen nochmal brisante öffentliche Äußerungen zum historischen Personalbeben der vergangenen Woche.
Nach dem geglückten Auftakt in die Champions League (40:34 beim HBC Nantes) am Donnerstag schien es dabei zunächst so, als sei der Berliner Handball-Bundesligist wieder auf dem richtigen Weg. Doch die Doppel-Trennung von Sportvorstand Stefan Kretzschmar und Trainer Jaron Siewert rückte kurz darauf nochmal in den Vordergrund, weil Siewert sich am Freitag erstmals seit seiner Entlassung ausführlich öffentlich zu Wort meldete.
Füchse Berlin: Jaron Siewert äußert sich erstmals, es folgt die Niederlage in Gummersbach
Der ehemalige Berliner Coach berichtete in einem Statement auf seinem Instagramaccount von seiner „großen menschlichen Enttäuschung gegenüber den Entscheidungsträgern der Füchse Berlin“ und erklärte: „Sicherlich handeln Geschäftsführer in der Überzeugung, das Beste für den Verein zu tun – auch wenn das für mich momentan nur schwer nachzuvollziehen ist.“
Siewert warb zugleich aber auch dafür, keinen Hass gegen die Verantwortlichen zu äußern und betonte, dass „weder einzelne Spieler noch Spielergruppen“ etwas mit der Entscheidung zu tun gehabt hätten. Dem widersprach dann am Sonnabend Füchse-Beirat Axel Lange (81) in der „Bild“, indem er sagte: „Die Abnutzungserscheinungen waren für alle spürbar. Es ist keine Energie mehr entstanden. Ich würde sagen, 60, 70 Prozent der Spieler wollten eine Veränderung auf der Trainerposition.“
Beiratsmitglied sorgt für zusätzliche Unruhe
Das hatte die Mannschaft in der vergangenen Woche nach dem Spiel gegen Magdeburg (32:39) bestritten, was Lange überraschte: „Dass sich jetzt einige hinstellen, als hätte sie das Ganze überrascht, ist für mich wirklich befremdlich.“
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Nun hat also ein Beiratsmitglied öffentlich die eigene Mannschaft angezählt, was den Anschein verstärkt, dass es sich bei den Füchsen Berlin dieser Tage nicht um einen gewachsenen europäischen Spitzenklub handelt, sondern eher um einen Verein, der sich selbst die Knüppel zwischen die Beine wirft. Dazu passte auch die sportliche Leistung in Gummersbach.
Kapitän Max Darj beklagt fehlende mentale Bereitschaft
Die Berliner fanden von der ersten Minute an nie zu ihrem Spiel. Keine Torhüterleistung, eine stellenweise nicht wettbewerbsfähige Abwehr mit wieder viel zu leicht verlorenen Zweikämpfen und seltsam stockende Abläufe in der Offensive boten Gummersbach leichtes Spiel. Schon im ersten Durchgang führten die Gastgeber mit acht (!) Treffern (16:8, 25. Minute). Die Füchse kamen nie ernsthaft für ein Comeback infrage.
„Wir sind nicht bereit, alles reinzuhauen. Das gilt nicht für die Taktik, das gilt für den Kampfgeist. Wir sind mental nicht genug da“, klagte Kapitän Max Darj nach Schlusspfiff am Dyn-Mikrofon. Neucoach Nicolej Krickau erklärte: „Uns haben heute die Basics gefehlt. Wir haben nicht hart genug gespielt, wir haben nicht clever genug gespielt. Das hat einfach nicht gereicht heute.“ Mit nun 4:4 Punkten müssen die Berliner schon früh in der Saison von der Tabellenspitze abreißen lassen, der Traum von der Titelverteidigung der deutschen Meisterschaft ist in weite Ferne gerückt.



