Handball

Füchse bestehen Charaktertest und feiern Befreiungsschlag

Füchse zeigen beim 28:25 in Göppingen Reaktion auf verpatzten Saisonstart – dank konzentrierter Teamleistung und zweier Rückkehrer.

Paul Drux (l.) hatte gegen Minden noch seine Schwierigkeiten, präsentierte sich in Göppingen aber deutlich treffsicherer.

Paul Drux (l.) hatte gegen Minden noch seine Schwierigkeiten, präsentierte sich in Göppingen aber deutlich treffsicherer.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Das Spiel war noch nicht zu Ende, da fielen sich Trainer Velimir Petkovic und Manager Bob Hanning schon erleichtert in die Arme. Auch die Spieler der Füchse Berlin nutzten die letzten Sekunden der Partie, um ausgelassen zu jubeln. Dieser 28:25 (16:11)-Sieg am Sonntag bei Frisch Auf Göppingen, er war so wichtig für den Berliner Handball-Bundesligisten. Das war nach Schlusspfiff in jedem einzelnen Gesicht der Berliner abzulesen.

„Meine Mannschaft hat eine Antwort gegeben, dass wir leben, dass wir kämpfen, dass wir zusammenstehen“, sagte Trainer Petkovic, der genau wie sein Team nach nur einem Sieg aus drei Spielen enorm in der Kritik gestanden hatte. Nach einer desolaten Leistung gegen Minden (25:29) in der vergangenen Woche war jedem im Füchse-Lager bewusst, wie wichtig ein Sieg an diesem Sonntag in Göppingen wäre.

Spielmacher Ernst glänzt in der ersten Halbzeit

Das bekam der Gastgeber aus Baden-Württemberg auch recht schnell zu spüren. Die Berliner traten von der ersten Minute an konzentriert auf, erarbeiteten sich schon nach zwölf Minuten einen Fünf-Tore Vorsprung (8:3) und präsentierten sich im Gesamtpaket deutlich verbessert. Der Rückraum – vor allem Nationalspieler Paul Drux (insgesamt sechs Treffer) – agierte aktiver und torgefährlicher als zuletzt, das Anspiel an den Kreis funktionierte besser, und die Abwehr stand stabil. Torhüter Dejan Milosavljev glänzte wieder einmal mit 14 Paraden. „Da war heute eine ganz andere Präsenz und Körpersprache erkennbar“, sagte Manager Hanning. „Auf diesem Weg müssen wir weitergehen.“

Die Mannschaftsleistung war auch deswegen weit entfernt von der blamablen Vorstellung der Vorwochen, weil Trainer Petkovic mit Simon Ernst (nach Pferdekuss), der als Spielgestalter und emotionaler Antreiber überzeugte, und Jacob Holm (nach kleinem Meniskusschaden) zwei weitere Asse im Rückraum zur Verfügung hatte. Das personelle Upgrade half den Füchsen auch in schwachen Phasen, das Spiel nicht aus der Hand zu geben.

Schwacher Start in Halbzeit zwei wird nicht bestraft

Denn manch einer befürchtete nach drei Gegentoren zum Auftakt der zweiten Halbzeit schon, dass es wieder so ein Einbruch würde, wieder so eine zweite Hälfte, in der die Füchse den Sieg herschenken. Vor allem als die Göppinger in der 39. Minute zum 18:18 ausglichen. Anders als zuletzt brachen die Profis aus der Hauptstadt diesmal aber nicht auseinander, blieben konzentriert und verschafften sich einfach einen neuen Vorsprung von fünf Toren (Wiede trifft zum 24:19/49.). „Wir haben nach dem schlechten Start in der zweiten Halbzeit nicht aufgegeben“, lobte Trainer Petkovic. „Da konnte ich mit Jacob einen Impuls von der Bank bringen, der den Angriff belebt hat.“

Der Sieg in Göppingen lässt sie in Berlin nun erst einmal durchatmen. Die Mannschaft hat die geforderte Reaktion gezeigt, hat das umgesetzt, was in vielen Einzelgesprächen thematisiert worden war. Nun heißt es, die gute Leistung am kommenden Wochenende gegen Stuttgart (16 Uhr, Max-Schmeling-Halle) zu bestätigen.