Handball

Nach Blamage: Füchse-Manager Hanning schlägt Alarm

Nach der blamablen Niederlage der Füchse Berlin gegen Minden bemängeln Manager Hanning und Trainer Petkovic die fehlende Motivation.

Das Spiel gegen Minden war für die Füchse um Jakov Gojun, Frederik Simak und Michael Müller (v.l.) ein hartes Stück Arbeit.

Das Spiel gegen Minden war für die Füchse um Jakov Gojun, Frederik Simak und Michael Müller (v.l.) ein hartes Stück Arbeit.

Foto: EIBNER/Uwe Koch / picture alliance / Eibner-Pressefoto

Berlin. Es sollte eigentlich eine Grundvoraussetzung sein. Dass die Spieler der Füchse Berlin ihre Jobbeschreibung kennen. Trainer Velimir Petkovic fühlte sich aber berufen, noch einmal daran zu erinnern: „Jeder muss wissen, dass es unser Job ist, Handball zu spielen“, sagte der Coach des Berliner Bundesligisten. „Da kannst du nicht sagen, heute spiele ich und morgen habe ich keine Lust. Dann blamieren wir uns.“

So wie am Mittwochabend, als die Füchse in einem der schwächsten Heimspiele ihrer Bundesliga-Geschichte mit 25:29 gegen Minden verloren und die Verantwortlichen in Rage versetzten. „Die Niederlage ist sowas von verdient, vielleicht nicht hoch genug ausgefallen. Der Leistungs- und der Leidenschaftsunterschied waren viel größer, als es das Ergebnis aussagt“, schimpfte Geschäftsführer Bob Hanning. „Wie man so einen Auftritt hinlegen kann, ist mir unerklärlich.“

Gereizte Stimmung auf dem Feld

Also gab es am Donnerstag viel zu bereden. In Vier-Augen-Gesprächen wurde nach Erklärungen gesucht. Mit dem Trainer. Aber vor allem mit den Spielern. Denn sie waren es, die mit fehlender Motivation einen seltsam lustlosen Auftritt hingelegt hatten und Trainer und Manager ratlos zurückließen. „Diese Leistung war einer Füchse-Mannschaft nicht würdig. Da war keine Führung auf dem Feld und wir müssen jetzt schauen, wie wir es schaffen, das wieder hinzubiegen“, sagte Hanning, der sicher war, dass sich seine A-Jugend nicht getraut hätte, ihrem Coach einen solchen Auftritt zu präsentieren.

Es war aber nicht nur die mangelnde Einstellung, die am Mittwochabend tiefe Sorgenfalten auf viele Stirnen grub. Vor allem in der zweiten Halbzeit war von einer Mannschaft, einer Einheit fast nichts mehr zu sehen. Kapitän Hans Lindberg faltete Rückraumspieler Stipe Mandalinic zusammen, Fabian Wiede geriet mit Trainer Petkovic aneinander und der Rest kämpfte mehr für sich selbst als für einen gemeinsamen Erfolg. Zusammenhalt? Fehlanzeige.

Hanning kritisiert den Auftritt seiner Nationalspieler

„Unsere Abwehr hatte zu viele Löcher, der Angriff hat zu viele Fehler gemacht, wir waren zu wenig in Bewegung, da müssen wir taktisch was machen“, sagte Spielmacher Wiede nach der Partie. Ein klarer Seitenhieb in Richtung des Trainers. Der aber auch nicht viel dafür konnte, dass Pässe nicht ankamen und dem Spielmacher selbst die Ideen im Angriff fehlten.

Auch der Manager landete bei der Suche nach Antworten auf die vielen Fragen, die diese Vorstellung aufgeworfen hatte, bei einigen seiner Profis. Nicht beim Trainer. „Da sind Spieler, die Leistungsträger bei Olympia sein sollen, die die Führung bei Weltmeisterschaften für sich in Anspruch nehmen und es kommt fast nichts. Dann gibt es junge Spieler, die in einer körperlichen Verfassung sind, bei der du dich fragen musst, was die im Urlaub gemacht haben. Und dann gibt es erfahrene Spieler, die sich auf der Bank verhalten, als wäre ihnen alles scheißegal“, sagte Hanning.

Am Sonntag gegen Göppingen müssen sie es besser machen

Namen nannte er natürlich keine. Aufmerksamen Beobachtern wird aber nicht entgangen sein, wie desinteressiert Nationaltorhüter Silvio Heinevetter auf der Bank herumlungerte, oder wie Wiede – bei der WM im Januar noch ins Allstar-Team gewählt – nur einen seiner schwachen sieben Würfe im gegnerischen Tor unterbrachte. „Klar ist, das gucke ich mir auf gar keinen Fall weiter an“, versicherte Hanning. Welche Konsequenzen auf die Protagonisten der zweiten Saisonniederlage zukommen, bleibt abzuwarten.

Trainer Petkovic muss in jedem Fall möglichst schnell Lösungen finden, um einen solchen Auftritt nicht noch einmal durchstehen zu müssen. Am Sonntag spielen die Füchse in Göppingen (13.30 Uhr, Sky). Und der Coach gibt die Marschroute vor: „Da können wir zeigen, dass wir nicht verlernt haben, Handball zu spielen.“