Handball

Stochl verabschiedet sich mit bewegenden Worten

Die Berliner gewinnen zum Saisonabschluss mit 28:23 gegen Hüttenberg. Es war das letzte Spiel für den Torhüter.

Stochl wird nach dem Spiel verabschiedet

Stochl wird nach dem Spiel verabschiedet

Foto: pa

Berlin. Mit einem Mal brach die Stimme von Frank Steffel. „Er ist ein großartiger Charakter“, wollte der Präsident der Füchse Berlin gerade sagen. Gemeint war Petr Stochl (42), der sich am Sonntagabend nach zwölf Jahren und 526 Spielen mit dem 28:23 (15:12)-Sieg im letzten Saisonspiel gegen den TV Hüttenberg von den Füchsen verabschiedete. Stochl hat bei den Berliner Handballern Legendenstatus. Alle in der Halle standen, um den sympathischen Tschechen zu ehren. Steffel musste kurz durchatmen. Die Abschiedsrede fiel dem sonst so wortreichen Politiker sichtlich schwer. Auch Bob Hanning war ergriffen. „Ich hätte diese Rede niemals halten können“, sagte der Füchse-Geschäftsführer. Mit Stochl verlässt der letzte Spieler den Klub, der 2007 mit den Berlinern in die Bundesliga aufgestiegen war.

„Ich möchte mich bei euch allen für die fantastischen zwölf Jahre bedanken, die ich hier erleben durfte“, sagte Stochl selbst. „Ich werde nie den Applaus vergessen, den ich hier erhalten habe und der mir immer im Tor geholfen hat. Dafür werde ich euch mein ganzes Leben dankbar sein.“

Die Verträge von Wiede, Drux und Koch wurden verlängert

Sein Ziel sei es gewesen, in der letzten Partie, in der Füchse-Trainer Velimir Petkovic ihn von Beginn an auf das Feld schickte, mindestens einen Ball zu halten, gab er zu. Am Ende waren es elf Paraden, davon zwei gehaltene Siebenmeter. „Ist ja eklig, wie gut er immer noch hält“, sagte Markus Richwien, der das Füchsetrikot von 2006 bis 2014 getragen hatte. Er war extra für Stochl aus der Schweiz angereist, genau wie Welthandballer Filip Jicha und einige von Stochls engsten Freunden aus Tschechien. „Ich erinnere mich noch, wie ich irgendwann als junger Spieler mit der tschechischen Nationalmannschaft in der Max-Schmeling-Halle gespielt habe“, sagte Petr Stochl. „Ich habe damals davon geschwärmt und davon geträumt, dass das meine Heimhalle wäre. Und dann ist es so gekommen.“

Bei so viel Emotionen gingen die anderen Abschiede bei den Berlinern beinahe unter. Auch Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen), Drago Vukovic (VfL Gummersbach), Ignazio Plaza Jimenez (Knie-Rehabilitation) und Oliver Milde (ASV Hamm) erhielten ihre Ehrungen sowie die gesamte Mannschaft, die eine Saison gespielt hat, die Hanning als „erfolgreichste Füchse-Spielzeit aller Zeiten“ bezeichnete mit dem dritten Platz in der Bundesliga, dem Titel im EHF-Pokal und der deutschen Meisterschaft der A-Jugend. Mit Blick auf die Abgänge hat Hanning noch einige Personalentscheidungen zu treffen. Sollten die Füchse die Wildcard für die Champions League erhalten, möchte er noch zwei Spieler holen. Andernfalls wird nur noch ein Rückraumspieler benötigt.

Verlängert haben die Füchse den Vertrag mit Kreisläufer Johan Koch um ein Jahr, außerdem gab der Klub die vorzeitige Vertragsverlängerung von Paul Drux und Fabian Wiede bis 2023 bekannt. „Die Füchse ohne die beiden, das ist für mich nicht vorstellbar“, sagte Hanning. An ihnen ist es nun, die Lücke zu füllen, die Stochl als Identifikationsfigur der Berliner hinterlässt, auch wenn er dem Verein weiterhin als Torwarttrainer zur Verfügung stehen wird. Am Ende verneigten sich die 8871 Zuschauer in der Schmeling-Halle vor ihrer lebenden Legende. Ninja Priesterjahn

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