Handball

Die Füchse brauchen dringend einen neuen Anführer

Das Pokal-Aus gegen den SC Magdeburg hat gezeigt: Den Füchsen Berlin macht der Abgang von Spielmacher Nenadic immer noch zu schaffen.

Matthias Zachrisson (Mitte) hatte es gegen die Magdeburger Mads Christiansen (l.) und Robert Weber schwer

Matthias Zachrisson (Mitte) hatte es gegen die Magdeburger Mads Christiansen (l.) und Robert Weber schwer

Foto: Bernd König / imago/Bernd König

Berlin.  Gerade im Pokal gehören hart umkämpfte Partien und knappe Niederlagen zum Tagesgeschäft. So mussten die Füchse schon nach anderen dramatischen Spielen mit hängenden Köpfen die Halle verlassen, erinnert sei an das Achtelfinale bei der SG Flensburg-Handewitt in der vergangenen Saison, als die Berliner erst nach Verlängerung 34:36 verloren.

Das 29:30 (16:17) am Mittwochabend gegen den SC Magdeburg und das damit verbundene Ausscheiden im DHB-Pokal war es demnach auch nicht, das dem einen oder anderen Zuschauer so manche Sorgenfalte auf die Stirn zauberte. Vielmehr erschreckte der Mangel an Ideen im Angriff, was zu der Frage führt, wie die Füchse ihre bislang beste Saison auch zu einem erfolgreichen Ende bringen wollen.

Seit dem Abgang von Petar Nenadic, der zu Jahresbeginn zum ungarischen Spitzenklub KC Veszprem gewechselt ist, fehlt ein Spielmacher, der Lösungen im Aufbauspiel findet und in kritischen Situationen Verantwortung übernimmt. „Jemand aus dem Kader muss seine Rolle übernehmen“, fordert Velimir Petkovic. Diesen Satz hört man vom Füchse-Trainer seit Wochen. Auch ist bekannt, dass mit Paul Drux der Spieler, der diese Lücke füllen sollte, verletzt ist. „Wir schwimmen nun einmal nicht im Geld, deshalb müssen wir mit den gegebenen Möglichkeiten arbeiten“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Ersatz-Regisseur Zachrisson stößt an seine Grenzen

Zur Überbrückung hat Petkovic schon einiges ausprobiert: Zuerst benannte er Drago Vukovic als Ersatz-Spielmacher. Der Kroate war seit der katastrophalen Partie zum Rückrundenstart gegen St. Raphael aber kaum noch auf dieser Position zu sehen. „Das hat nicht funktioniert“, gibt Hanning zu.

Steffen Fäth ist als einer der besten Werfer im linken Rückraum wertvoller für die Füchse als auf der Mitte – vor allem, da Zugang Stipe Mandalinic offensichtlich noch nicht richtig eingebunden ist. Gegen Magdeburg war deutlich zu sehen, dass er noch nicht alle Spielzüge begreift und Zeit braucht, um dem Team im linken Rückraum helfen zu können.

Mattias Zachrisson hat die Aufgabe als Regisseur in den vergangenen Partien bravourös gemeistert, gegen eine Mannschaft wie Magdeburg mit einer starken Deckung kam aber auch der nur 1,78 Meter große Rechtsaußen an seine Grenzen. „Paul kommt ja in ein paar Wochen wieder“, sagt Hanning. „Ich hoffe, dass wir uns bis dahin schadlos halten und er das dann lösen kann.“

Manager Hanning will das Thema nicht dramatisieren

Sechs Mal haben die Füchse zuletzt in Serie gewonnen. Allerdings ging es dabei auch nicht gegen die schwierigsten Gegner. Das ändert sich bald. Nach der Partie am Sonntag gegen den VfL Gummersbach (12.30 Uhr, Schmeling-Halle) folgt ein Auswärtsspiel in Flensburg sowie die entscheidende Begegnung mit St. Raphael um den Gruppensieg im Europapokal. Diese Aufgaben müssen die Füchse noch ohne Drux lösen, der voraussichtlich Ende des Monats wieder einsatzbereit ist.

Zudem ist die Frage, wie der Mann, auf dem nun alle Hoffnungen ruhen, nach seiner Rückkehr mit dem Druck umgehen wird. Man sieht derzeit an Fabian Wiede, wie schwierig es ist, die Mannschaft trotz verletzungsbedingter Pausen anzuführen. Gegen Magdeburg war Wiedes Siegeswille deutlich zu erkennen, doch die entscheidenden Würfe gingen daneben.

„Fabi ist sonst eine sichere Bank in kritischen Situationen. Das fehlt gerade und tut uns richtig weh“, sagt Hanning, der das Thema aber nicht dramatisieren will: „Ich sehe die Problemstellung. Ich sehe aber auch, dass alle daran arbeiten. Deshalb bin ich jetzt nicht unzufrieden.“ Die interne Suche nach dem Anführer geht weiter.