Steffen Stiebler hat mit dem SC Magdeburg schon einige Erfolge gefeiert. Dazu gehören der Titel in der Champions League 2002 und die Meisterschaft 2001. Als „emotionalsten aller Siege“ beschreibt der ehemalige Abwehrchef der Bördeländer aber den Pokalsieg von 1996. „Wenn ich daran denke, bekomme ich noch heute eine Gänsehaut“, sagt er.
Robert Harting lost die Spiele fürs Final Four aus
Der DHB-Pokal übt seit jeher eine besondere Faszination aus. „Es ist einfach noch einmal ein anderes Kräftemessen“, sagt Füchse-Rückraumspieler Fabian Wiede, „man hat die Chance, in wenigen Spielen allen Mannschaften zu zeigen, dass man oben mitspielen kann.“ 2014 durfte Wiede den DHB-Pokal in seinem ersten Jahr als Profi auch schon einmal in die Höhe strecken. „Das war bislang mein tollster Moment bei den Füchsen“, erinnert sich der 24-Jährige.
2015 scheiterten die Füchse im Halbfinale am SC Magdeburg. Dieses Mal treffen sich die beiden Klubs bereits eine Runde früher. Das Viertelfinale in diesem Mittwoch (19, SkySportNewsHD) in der Max-Schmeling-Halle entscheidet darüber, welches Team ins Final Four einzieht, das am 5. und 6. Mai in Hamburg stattfindet. Der Berliner Robert Harting, Diskuswurf-Olympiasieger von 2012, wird direkt nach der Partie die Halbfinal-Begegnungen auslosen.
Wiede oder Fäth? Vukovic oder Zachrisson?
Die Magdeburger haben sich in den vergangenen Jahren zu einer Pokalmannschaft entwickelt: 2015 standen sie im Finale, 2016 konnten sie den Pokal nach zwanzig Jahren sogar wieder gewinnen. „Das war Freude pur und sogar noch intensiver, als ich es als Spieler erlebt habe“, erzählt Stiebler, der seit 2014 Geschäftsstellenleiter beim SCM ist. Zuletzt trennten sich beide Teams in der Liga mit einem 23:23-Unentschieden am zweiten Weihnachtsfeiertag. Es war das letzte Spiel von Petar Nenadic in der Schmeling-Halle.
Die Aufgaben des Rückraumregisseurs hat Füchse-Trainer Velimir Petkovic inzwischen aufgeteilt: Mal spielt Fabian Wiede in der Mitte, mal Steffen Fäth, der Kroate Drago Vukovic oder der Schwede Mattias Zachrisson. „Petar war immer gut für leichte Tore und clevere Entscheidungen, aber jetzt ist unser Spiel nicht mehr so einseitig“, findet Wiede. „Das wird für Magdeburg auf jeden Fall nicht einfacher gegen uns.“
Petkovic erwartet einen Sieg gegen Magdeburg
Stiebler, der sein Team am Dienstag auf die Abreise nach Berlin vorbereitete, sieht das ganz ähnlich: „Die Füchse agieren mit Variationen auf der Position des Spielmachers, auf die man gar nicht gekommen wäre. Das macht es umso schwieriger für uns.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Magdeburger aller Voraussicht nach auf ihren besten Rückraumakteur Michael Damgaard verzichten müssen. Der Däne zog sich vor wenigen Tagen eine Verletzung am Sprunggelenk zu. „Er fährt mit, aber ich gehe nicht davon aus, dass er spielt“, sagt Stiebler.
Füchse-Trainer Petkovic gibt seiner Mannschaft eine klare Marschroute vor: „Mit unserem Kader erwarte ich einen Sieg.“ Mit Wiede ist in der vergangenen Woche ein wichtiger Baustein ins Team zurückgekehrt, der in dieser Saison aber mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte und noch nicht ganz seinen Rhythmus gefunden hat. „Jetzt habe ich aber keine Schmerzen mehr“, blickt Wiede optimistisch voraus. „Ich weiß, dass ich eine entscheidende Rolle im Team spiele, und wenn man jetzt ein geiles Spiel raushaut, gibt das natürlich einen Schub.“
Fünf Füchse wurden schon 2014 Pokalsieger
Wiede, Zachrisson, Paul Drux, Silvio Heinevetter und Petr Stochl sind die einzigen Spieler, die von der Pokalmannschaft 2014 übrig geblieben sind. Drux und Wiede waren damals noch Nachwuchsspieler. „Ich wünsche mir, dass die beiden die Füchse als Leistungsträger zum Pokalsieg führen“, sagt Trainer Petkovic. Um diesen Wunsch wahr zu machen, ist im ersten Schritt aber erst einmal ein Sieg gegen Magdeburg Pflicht. Bis Mai ist dann auch der aktuell noch verletzte Drux wieder dabei.


