Handball

Füchse genießen die Ruhe vor dem Saisonfinale

Die Qualifikation für den Europacup ist das oberste Ziel der Füchse Berlin. Doch sie müssen sich bis in den April hinein gedulden.

Sicherer Rückhalt: Füchse-Torwart Petr Stochl

Sicherer Rückhalt: Füchse-Torwart Petr Stochl

Foto: Fotostand / Bansemer / picture alliance / Fotostand

Berlin.  Petr Stochl ist ein Familienmensch. Ehefrau Tereza und seine Söhne Jakub und Matej sind dem 39-jährigen Kapitän des Handball-Bundesligisten Füchse heilig. Und so genießt der Torhüter das freie Osterwochenende in vollen Zügen. Erst am 17. April haben die Berliner im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar (15 Uhr, Schmeling-Halle) ihren nächsten Auftritt in der Bundesliga. Am Ostermontag bittet Chefcoach Erlingur Richardsson die Spieler dann wieder zum Training.

In Tschechien gibt es einen besonderen Osterbrauch

Ausgerechnet Ostermontag, mag sich Stochl da wohl gedacht haben. Immerhin gibt es an diesem Tag einen schönen Brauch in seiner Heimat Tschechien. Männer schlagen jungen Frauen mit Weidenruten leicht auf die Beine, das soll den Frauen für das ganze Jahr über Schönheit, Gesundheit und Frische bringen. Der Ostermontag wird deshalb in Tschechien auch „Peitschen-Montag“ genannt. „Ich muss da aber zum Training“, sagt Stochl und lächelt. Ab Donnerstag ist er dann wie viele seiner Kollegen bei der jeweiligen Nationalmannschaft.

Und die anderen Füchse-Profis? Nationalspieler Paul Drux fuhr mit seiner Freundin übers Wochenende in den Kurz-Urlaub, Torwart Silvio Heinevetter macht wie die Nachwuchsspieler auf Familie, und Bjarki Elisson hat seine Schwester aus Island zu Besuch.

Lindberg ist endlich in Berlin angekommen

Winter-Zugang Hans Lindberg (kam vom insolventen HSV Handball) brachte am Karfreitag noch seinen Umzug über die Bühne, ehe er zur dänischen Nationalmannschaft flog. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war der 34-Jährige am vergangenen Mittwoch im Liga-Spiel beim TBV Lemgo mit sieben Topwerfer und feierte seinen Durchbruch.

„Er hat uns auf die Siegerstraße gebracht und war eiskalt. Das war eine richtige Lindberg-Gala“, erklärte der Sportliche Leiter Volker Zerbe erfreut. „Ein herausragendes Spiel von ihm“, ergänzte Geschäftsführer Bob Hanning, „er ist einer der besten Außen der Welt.“

Drei deutsche Füchse kämpfen um Olympia-Tickets

Der Partie in Lemgo war eine dreiwöchige Pause vorausgegangen, die aufgrund von Länderspielen entstanden war. Auch jetzt sind es wieder drei Wochen bis zur nächsten Liga-Partie. Waren die vergangenen Spielzeiten der Berliner durch eine sehr hohe Belastung mit Liga, DHB-Pokal und Europacup geprägt, leiden sie derzeit eher an Unterbeschäftigung. Im EHF-Cup und DHB-Pokal waren die Füchse frühzeitig gescheitert.

„Diese langen Pausen hat sich die Mannschaft nach dem Ausscheiden in Pokal und Europacup selbst zuzuschreiben“, sagte Hanning und sah in der geringen Belastung auch einen Vorteil: „Jetzt können die Spieler ihre läuferischen Defizite aufholen.“ Die Werte der Profis haben dem Manager nicht wirklich gefallen. „Jede Lauf-Einheit bringt uns weiter.“ Zudem kann der lange an der Schulter verletzte Paul Drux in Ruhe Anschluss finden. Er kämpft neben Fabian Wiede und Torhüter Silvio Heinevetter um eins der insgesamt 14 Olympia-Tickets.

Platz fünf ist Pflicht, um in Europa mitzuspielen

Für die Füchse geht es in den verbleibenden acht Bundesligapartien darum, mindestens Platz fünf zu behaupten, der die erneute Teilnahme am internationalen Wettbewerb bedeuten würde. „Platz fünf ist Pflicht, dafür müssen wir gegen unsere Mitkonkurrenten gewinnen“, sagte Hanning, „wir haben es selbst in der Hand.“