Handball

Torhüter Heinevetter kehrt ins Nationalteam zurück

Der Handballprofi von den Füchsen Berlin war vor der EM vom Bundestrainer aussortiert worden, jetzt bekommt er eine neue Chance.

Bei der Europameisterschaft in Polen hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson nicht auf Silvio Heinevetter gesetzt, jetzt darf er wieder ran

Bei der Europameisterschaft in Polen hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson nicht auf Silvio Heinevetter gesetzt, jetzt darf er wieder ran

Foto: nph / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Dagur Sigurdsson wurde grundsätzlich: „So ist das im Sport“, sagte der Handball-Bundestrainer, „alles ist in Bewegung. Du fängst immer wieder bei Null an.“ Nun steht das deutsche Team, der umjubelte Europameister, nicht vor einem Neuanfang. Aber der Isländer hatte Recht, als er am Mittwoch in Berlin erklärte: „Mit den Spielen gegen Katar beginnt für uns endgültig die Zeit nach dem Gewinn der Europameisterschaft und vor den Olympischen Spielen.“

Für Olympia in Rio (5. bis 21. August) hat sich seine Mannschaft durch den EM-Coup von Polen vor gut einem Monat qualifiziert. „Nun wird wieder weitergearbeitet“, so der Bundestrainer. Am 7. März trifft man sich in Berlin zu einem Trainingslager, am 11. März in Leipzig und am 13. März in Berlin (Schmeling-Halle, 15 Uhr) stehen dann zwei Testspiele gegen Vizeweltmeister Katar auf dem Programm. Im 18-köpfigen Kader stehen auch wieder zwei Berliner, die bei der EM gefehlt hatten: Torwart Silvio Heinevetter, dem der Bundestrainer das Duo Andreas Wolff und Carsten Lichtlein vorgezogen hatte, und Paul Drux, der nach monatelanger Verletzungspause noch nicht fit genug war.

Zwei Länderspiele gegen Katar in Leipzig und Berlin

Vor allem die Personalie Heinevetter hatte für Aufsehen gesorgt, galt der Füchse-Schlussmann doch als gesetzt. Mit Blick auf Drux und Heinevetter, aber auch auf andere, die ihren Teil zur EM-Qualifikation beigetragen hatten, meinte Sigurdsson: „Es gibt nicht das Team von der EM und ein paar andere. Sondern alle sind ein Team.“

Er sprach von „vielen personellen Möglichkeiten“. Schließlich kehren wegen Verletzungen bei der EM Fehlende wie Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und eben Drux zurück, die Rekonvaleszenten Patrick Wiencek und Christian Dissinger werden irgendwann auch wiederkommen. Es herrschen Konkurrenzdruck und Leistungsprinzip: „Keiner kann sich erlauben, nur da zu sein.“

Dass der Kader für die kommende Maßnahme aus 18 Spielern besteht, wird die Möglichkeit eröffnen, „viel zu rotieren“, wie Sigurdsson bereits ankündigte. Denn die Belastung der Akteure ist sehr hoch. „Spitzenspieler müssen bis zu 80 Partien im Jahr absolvieren“, meinte Verbands-Präsident Andreas Michelmann. Auch dies ist ein Grund für die vielen Verletzungen.