Handball

Füchse Berlin wollen Hans Lindberg verpflichten

Weil in Hamburgs Handball die Lichter ausgehen, steht der dänische Rechtsaußen vor einem Wechsel zu den Füchsen Berlin.

Hans Lindberg liegt bereits ein Angebot aus Berlin vor

Hans Lindberg liegt bereits ein Angebot aus Berlin vor

Foto: Selim Sudheimer / picture alliance / INSIDE-PICTUR

Breslau.  Im Spielplan der Handball-Bundesliga steht zum Rückrundenstart am 10. Februar die Begegnung zwischen der SG Flensburg Handewitt und dem HSV Handball. Möglicherweise wird diese Ansetzung aber in Kürze verändert, denn am Mittwoch entscheidet der Liga-Verband HBL über die Lizenz des insolventen HSV Handball.

2014/15 die Lizenz schon einmal verweigert

„Das schmerzt schon“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, von 2002 bis 2005 selbst Trainer der Hamburger. „Der HSV ist immer noch wie ein Kind für mich. Aber wenn Kinder Straftaten begehen, muss man sie dafür auch zur Rechenschaft ziehen“, sagt er.

Zur Saison 2014/15 hatte die Lizenzierungskommission den Hamburgern die Lizenz schon einmal verweigert, ein unabhängiges Schiedsgericht sprach sie ihnen in zweiter Instanz aber wieder zu – mit Auflage einer Sicherheitserklärung, die auch für das Lizenzierungsverfahren 2015/16 galt. Inzwischen besteht der Verdacht, dass sich der Bundesligist die Spielberechtigung durch Betrug erschlichen hat.

Es fehlen zwei Millionen Euro bis Saisonende

Darüber hatte Insolvenzverwalter Gideon Böhm am vergangenen Freitag informiert. Die geforderte Sicherheitserklärung über 2,5 Millionen Euro von Mäzen Andreas Rudolph hatte der HSV zwar hinterlegt, allerdings durch eine bis vor wenigen Tagen unbekannte Zusatzvereinbarung innerhalb des HSV wieder ausgehebelt. Die Lizenz sei „vielleicht von Anfang an makelbehaftet“, erklärte Böhm.

„Das hat sportliche und natürlich erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die anderen Vereine“, sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Einen sofortigen Entzug der Lizenz wird es wohl nicht geben, das lassen die Satzungen im Interesse aller Konkurrenten nicht zu. Rechtsanwalt Böhm sieht aber keine Möglichkeit, die fehlenden zwei Millionen Euro für den Spielbetrieb bis Saisonende aufzutreiben. Daher ist davon auszugehen, dass der HSV sich innerhalb der nächsten Tage vom Spielbetrieb abmeldet.

Alle Profis sind vertragsfrei und können wechseln

Die Profis sind vertragsfrei, dürfen sofort wechseln. Rechtsaußen Hans Lindberg (34) steht in Vertragsverhandlungen mit den Füchsen Berlin. „Der Vertrag liegt ihm vor“, bestätigt Hanning. Der Kontrakt soll bis Mitte 2019 laufen. Der dänische Nationalspieler wurde 2012/2013 Torschützenkönig in der Liga, dem nationalen Cup-Wettbewerb und der Champions League. In der aktuellen Bundesliga-Saison liegt Lindberg hinter dem Berliner Petar Nenadic (151) mit 148 Treffern auf Platz zwei der Schützenliste.