Handball

Eine Niederlage, die den Deutschen Hoffnung macht

Die deutsche Mannschaft verlor ihr Auftaktspiel bei der EM in Polen gegen Spanien. Ihre Leistung gibt aber Anlass zu Hoffnung.

Kreisläufer Erik Schmidt (l.) wird gleich von drei Spaniern am Torwurf gehindert

Kreisläufer Erik Schmidt (l.) wird gleich von drei Spaniern am Torwurf gehindert

Foto: Adam Nurkiewicz / Getty Images

Breslau.  Die Einstimmung in der Jahrhunderthalle passte. „Ein bisschen was, das geht ja immer. Und meistens geht da noch viel mehr“, hallte die Stimme von Peter Wackel durch die gut gefüllte Arena in Breslau. Besser als mit dem Text des Hüttengaudi-Liedes „Ladioo“ lässt sich die Auftaktpartie des deutschen Teaams bei der Handball-EM in Polen gegen Spanien kaum zusammenfassen. Nur die Passage, „es ist so geil, wie wir zu sein“, passte am Ende doch besser zum Gegner. 32:29 (18:15) gewannen die Spanier. Unter strengen Sicherheitsvorrkehrungen: Vor den EM-Spielen suchte aus Furcht vor Terrorgefahr Extrapersonal die Arenen nach Sprengstoff ab. Gefunden wurde nichts.

Bundestrainer Sigurdsson trauert verpasster Chance nach

„Wir hätten heute vielleicht etwas holen können“, sagte ein enttäuschter Bundestrainer Dagur Sigurdsson, „wir haben gut gekämpft und gut gespielt.“ Die junge deutsche Auswahl warf sich jedenfalls mutig in die Partie gegen den zweifachen Weltmeister. Der verhinderte Uwe Gensheimer, der nach Breslau gereist war, um das Spiel seines Teams mitzuerleben, sah, wie Hendrik Pekeler und Simon Ernst zunächst die Anspiele der Spanier an den Kreis unterbanden und wie vor allem Christian Dissinger und Steffen Fäth für Tore sorgten.

Nach sechs Minuten und einem 4:6-Rückstand sah sich Spaniens Trainer Manuel Cadenas gezwungen, seinen Mannen ein paar wegweisende Worte zu sagen. Vor allem Kapitän Victor Tomas trat danach mehr und mehr in Erscheinung. Durch die Konzentration der Deutschen auf Spaniens Kreisläufer ergaben sich auf den Außenpositionen Lücken. Die Nervosität der jungen deutschen Auswahl nahm jetzt zu (10:10/16. Minute). Durch Fehlwürfe und ungenaue Pässe luden sie ihren Kontrahenten zu einfachen Gegenstößen ein. Nach einem 8:1-Lauf des Weltmeisters sah es so als, als sollte das Auftaktspiel zum Desaster werden (11:18/23.).

Zu wenig aus der Überzahl gemacht

Dann aber starteten die Deutschen eine kuriose Aufholjagd. Ein 5:0-Lauf gelang, zudem durfte Jorge Maquette nicht mehr mitspielen, weil er den Freiwurf am Ende der ersten Hälfte in das Gesicht von Kapitän Steffen Weinhold geworfen hatte. Da auch zwei andere Feldspieler der Spanier bereits Zeitstrafen kassiert hatten, startete das Team von Manuel Cadenas mit nur drei Feldspielern in die zweite Hälfte.

Das war die Chance für die deutsche Mannschaft, Spaniens Vorsprung zu egalisieren. Es wurde eine verpasste Chance. Die Partie hätte noch einmal bei Null beginnen können, einzig wussten die Deutschen ihre komfortable Überzahl nicht auszunutzen. Stattdessen kassierten sie noch ein Gegentor von den dezimierten Iberern. Kreisläufer Erik Schmidt erkannte: „Das war ein kleiner Genickbruch für uns.“ Bundestrainer Sigurdsson hob ungläubig die Arme.

Gegen Schweden und Slowenien müssen Punkte her

Für den Rest der Partie liefen seine Spieler dem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Die Spanier erhöhten sogar vorübergehend, denn in dem Bestreben, unbedingt aufholen zu wollen, litt auch die Konzentration in der deutschen Abwehr. Wenngleich der für Stammtorhüter Carsten Lichtlein eingewechselte Andreas Wolff mit Bärenruhe hielt, was zu halten war. „Wir können auf jeden Fall Selbstvertrauen aus dieser Partie mitnehmen“, sagte er. Und Gensheimer erinnerte daran: „Man darf nicht vergessen, dass die Jungs hier gegen den Weltmeister gespielt haben.“

Gegen Schweden (Montag, 20.15 Uhr, ARD) und Slowenien (Mittwoch, 17.05 Uhr, ZDF) muss es noch ein bisschen besser klappen, damit es für die Deutschen noch ein bisschen weiter geht bei der EM. Gute Ansätze hat die junge Mannschaft gezeigt.