Fabian Wiede sagte das, was alle dachten: „Hauptsache gewonnen“, meinte der Rückraumspieler der Füchse Berlin nach dem 34:31 (17:16) seiner Mannschaft gegen den sieglosen Tabellenletzten TuS Nettelstedt-Lübbecke. Doch auch er wusste, dass die Füchse vor 5811 Zuschauern in der Schmeling-Halle fast 45 Minuten lang eine sehr durchwachsene Vorstellung vor allem in der Defensive gezeigt hatten.
Wenn sich das Team von Trainer Erlingur Richardsson nicht gewaltig steigert, wird es am Sonnabend (16 Uhr, Große Halle des Sportforums) gegen Chambery Savoie ein böses Erwachen geben. Dann trifft Berlin als Titelverteidiger im Hinspiel der 3. Runde des EHF-Pokals auf das französische Spitzenteam.
Immer wieder Löcher in der Abwehr
Die Füchse legten gleich los: Nach 54 Sekunden stand es bereits 2:0 – und die Gäste schienen gar nicht zu wissen, was überhaupt mit ihnen geschah. Doch das täuschte. Weil Lübbecke immer wieder die Einladungen annahm, die ihnen die löchrige Füchse-Abwehr bescherte. Vor allem Lübbeckes linker Rückraumspieler Vuko Borozan fand immer wieder die Lücke im instabilen Defensivverbund.
Auch ein 10:7 (18.) durch den starken Fabian Wiede (mit acht Toren bester Werfer) brachte keine Sicherheit. Sieben Minuten später lag der Favorit 13:14 zurück. Zur Pause lagen die Füchse mit einem Treffer vorn (17:16).
Und es wurde erst einmal nicht besser. Auch ein kurzzeitiger Wechsel im Tor von Petr Stochl zu Silvio Heinevetter brachte gegen die tapferen Gäste nichts. Die Füchse-Mannschaft konnte sich nicht freispielen. In der 44. Minute hieß es 23:25.
Stochl hielt einen Siebenmeter
Doch dann zeigten die Füchse auf einmal ihr anderes Gesicht: Wiede, Petar Nenadic und Bjarki Elisson (beide sechs Tore) sowie ein nun gut reagierender Stochl (er parierte auch einen Siebenmeter) schafften eine 8:2-Serie zum 31:27 (56.). Das war die Entscheidung.
Richardsson haderte anschließend: „In der Abwehr waren wir 40 Minuten lang nicht gut.“ Geschäftsführer Bob Hanning schloss sich an: „Wir haben oft nicht miteinander gespielt, keiner wollte einen Fehler machen.“ Aber er schränkte auch gleich ein: „Trotz der großen Verletzungsprobleme bei uns sind wir Fünfter in der stärksten Liga der Welt.“




