Der ewige Zweite hat sich abgesetzt. Doch trotz großem Jubel nach dem 24:20 (13:7) über Rekordmeister THW Kiel redete bei den Rhein-Neckar Löwen niemand von einer Meisterfeier. In der Handball-Bundesliga sind die Mannheimer mit neun Siegen aus neun Spielen zwar unangefochten Tabellenführer, aber Team-Manager Oliver Roggisch sagte: „Der Weg ist noch ewig lang.“

Allerdings stehen die Chancen auf den ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte gut. Und der THW befindet sich nun gemeinsam mit den Füchsen auf Löwen-Jagd. Die Berliner haben bislang nur drei Minuspunkte und wollen den Schwung von sechs Liga-Siegen in Folge am Freitag in das Derby gegen den SC Magdeburg mitnehmen. „Die Jungs spielen einen guten Handball und wollen das auch in Magdeburg zeigen“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning.

Rückraumspieler Wiede erwartet einen harten Kampf

Vor dem Prestige-Duell liegt Gastgeber Magdeburg mit 8:8-Punkten und Rang zehn hinter den hohen Erwartungen zurück. „Sie sind sicherlich nicht optimal aus den Startlöchern gekommen, das macht sie aber nicht ungefährlich“, befand Sportkoordinator Volker Zerbe. Die schmerzhafte 26:27-Niederlage der Füchse im Pokal-Final-Four habe keine Bewandtnis mehr. „Das haben wir nicht mehr in den Köpfen. Zumal unser Trainer und viele Spieler neu sind“, erklärte Zerbe. Für Hanning ist das Spiel Emotion pur. „Ich bin immer gerne in Magdeburg, weil es emotional das wohl packendste Publikum der Liga hat.“

Rückraumspieler Fabian Wiede erwartet einen harten Kampf. Und er weiß, dass entscheidende Wochen vor den Füchsen liegen: „Wir haben schwere Spiele vor uns. Es warten noch die Rhein-Neckar Löwen, der THW Kiel und jetzt der SC Magdeburg.“ Auch für Hanning hat das Spiel eine besondere Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf: „Das ist ein Schlüsselspiel für uns.“