Handball

Füchse nach Sieg über Skjern vor Einzug in die nächste Runde

Die Füchse Berlin haben am vierten Spieltag der Gruppenphase im EHF-Pokal den dritten Sieg gefeiert. Gegen den dänischen Vertreter Skjern Handbold gewann der DHB-Pokalsieger 29:24 (14:14).

Die Aufforderung war klar und deutlich. „We want more holt das 2. Final 4“ stand auf einem Plakat im Fan-Block der Füchse Berlin. Die Anhänger des Berliner Handballteams sind auf den Geschmack gekommen: Nachdem ihre Mannschaft als Titelverteidiger bereits die Vierer-Endrunde um den deutschen Pokal in Hamburg erreicht hat (9./10. Mai), soll nun unbedingt der Sprung ins Final Four des europäischen EHF-Pokals folgen. Nicht zuletzt deshalb, weil dieses Viererturnier am 16./17. Mai in der Schmeling-Halle stattfinden wird.

Auf dem Weg dorthin haben die Füchse mit dem 29:24 (14:14) gegen Skjern Handbold aus Dänemark einen riesengroßen Schritt gemacht. „Ich bin körperlich am Ende“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning anschließend. „Wir mussten gewinnen. Nicht auszudenken: Wir haben das Final Four – und sind nicht dabei. Da wäre alles zusammengebrochen.“

Doch dieses Schreckensszenario tritt nun nicht ein. Am Sonntag zu Hause gegen Porto können die Füchse bei drei Siegen und einer Niederlage endgültig alles klar machen. Niemand zweifelt daran. „Wir haben gefightet ohne Ende“, meinte Petar Nenadic, mit sechs Toren (wie auch Fredrik Petersen) bester Berliner Werfer.

Die Füchse vor unlösbaren Aufgaben

Wille und Leidenschaft hatte Hanning von seinem Team gefordert. Diese Eigenschaften konnte man den Spielern zwar nicht absprechen. Aber von Beginn an taten sich die Berliner gegen die guten Dänen schwer, gegen die Berlin das Hinspiel 28:32 verloren hatte. Skjern hatte einen starken Rückraum, der flink agierte und mit gewaltigen Sprungwürfen die Füchse immer wieder vor unlösbare Aufgaben stellte.

Hinzu kam, dass anfangs Silvio Heinevetter keinen Ball hielt. Bereits nach elf Minuten beorderte Trainer Dagur Sigurdsson daher den Torwart zurück auf die Bank, Petr Stochl nahm dessen Platz ein. Und der Tscheche hielt schon nach wenigen Sekunden spektakulär.

Bis zur 28. Minute gelang es keinem Team, sich mit mehr als einem Tor Differenz abzusetzen. Die Führung wechselte vor 4915 Zuschauern in der Schmeling-Halle immer wieder. Pavel Horak schaffte es dann jedoch nach 28 Minuten, das 14:12 für die Füchse zu erzielen.

Schläfrig aus der Kabine

Aber es folgten bis zur Halbzeit zwei dänische Tore, einige umstrittene Entscheidungen der österreichischen Schiedsrichter, Berliner Proteste – und eine Verwarnung für Sigurdsson. Die Füchse kamen eher schläfrig aus der Kabine, auf einmal stand es 15:17. Ungläubige Gesichter bei Spielern, Trainern und Fans. Nun kam auch Bartlomiej Jaszka für kurze Zeit aufs Feld, der wegen Schulterproblemen zuletzt oft geschont wurde. Die Füchse kassierten das 17:18 in Überzahl, Nenadic vergab einen Siebenmeter, 17:19 (42.).

Doch die Berliner – angetrieben von den Fans – kämpften verbissen, glichen zum 19:19 aus. Und sie wurden mit der ersten Führung im zweiten Abschnitt belohnt: Pedersen traf nach 47 Minuten zum 21:20. Stochl hielt immer wieder bravourös, Fabian Wiede (4 Tore) und Nenadic legten zum 24:20 nach (50.). Welch eine Wendung, die Berliner Fans tobten. Evgeni Pevnovs Rückhandtreffer trotz dänischen Würgegriffs zum 25:22 war schier unglaublich. Nenadic, nicht mehr aufzuhalten, erhöhte auf 28:24. Den Schlusspunkt setzte Petersen.

„Herz und Charakter“ habe seine Mannschaft gezeigt, sagte Sigurdsson. Alle waren glücklich bei den Füchsen. Erst am Mittwoch das Final Four im Pokal erreicht, jetzt im EHF-Cup dasselbe so gut wie geschafft. „Das war eine gute Woche“, lachte Kapitän Iker Romero.