Die Spieler freuten sich, die Fans in der Max-Schmeling-Halle jubelten: Am Ende waren alle glücklich, denn an der Anzeigetafel prangte ein 30:24 (13:12) der Füchse Berlin gegen die TSG Friesenheim. Und mittendrin ein strahlender Iker Romero: „Wir haben immer gekämpft“, sagte der Kapitän des Berliner Handballteams. „In der zweiten Halbzeit hat sich unsere Qualität dann durchgesetzt.“ Romero gelangen gegen den Aufsteiger acht Tore.

Coach Sigurdsson zufrieden

Mit dem Spiel in der zweiten Hälfte war auch Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson „sehr zufrieden“. Ein Sonderlob hatte er für zwei routinierte Spieler parat: „Iker Romero und Petr Stochl, unsere alten Herren, haben uns nach der Pause Sicherheit gegeben.“ Die Füchse hatten allerdings lange gebraucht, um sich freizuspielen. Dabei war Sigurdsson vorher sehr optimistisch gewesen. „Wir sind auf einem guten Weg“, hatte der Isländer erklärt. Schritt für Schritt hatten sich die Berliner zuletzt gesteigert. Besonders das 35:26 beim TuS Nettelstedt-Lübbecke hatte Hoffnung gemacht, dass nach durchwachsenem Saisonstart die Füchse sich nun wieder im ersten Tabellendrittel etablieren würden.

Ein Ausrutscher gegen den Tabellenvorletzten wäre da natürlich ein herber Rückschlag gewesen. Dazu kam es ja nicht, aber die 8389 Zuschauer sahen Licht und Schatten bei ihrem Team. Vor allem in der ersten Hälfte taten sich die Berliner sehr schwer. Die Abwehr packte nicht konsequent zu, beim schwachen Torwart Silvio Heinevetter war fast jeder Schuss ein Treffer. Im Angriff wurde teilweise zu ideenlos gespielt, zudem scheiterten Petar Nenadic und Konstantin Igropulo mit Siebenmetern. Teilweise musste Berlin Drei-Tore-Rückständen (3:6, 4:7) hinterherlaufen. Allein Kapitän Iker Romero hielt richtig dagegen. Mit seinem sechsten Tor erzielte der Spanier die erste Füchse-Führung (10:9/22. Minute). Von der 24. Minute an stand dann Petr Stochl im Kasten, der fortan ein glänzender Rückhalt war. Dennoch war die Halbzeitführung der Berliner nur knapp – 13:12.

Mangel an Konstanz

Nach einem schnellen 18:14 (37.) schien alles in die richtige Richtung zu laufen, aber den Füchsen im Herbst 2014 fehlt die Konstanz (18:17). Nun musste wieder Romero ran, der zum 19:17 und 20:17 traf. Fredrik Petersen (mit neun Toren bester Werfer) und Mattias Zachrisson legten zum 23:18 (45.) nach. Der Widerstand der Gäste war gebrochen. „Wir können dennoch erhobenen Hauptes nach Hause fahren“, meinte Friesenheims Trainer Thomas König. Am Sonntag, beim wieder erstarkten HSV Handball, wird es für die Berliner sicherlich schwerer. „Da müssen wir besser spielen, wenn wir etwas holen wollen“, meinte Sigurdsson.