Handball

Kretzschmar lobt Füchse-Trainer Sigurdsson für neuen Erfolgsstil

Der frühere Weltklasse-Linksaußen ist begeistert von der Arbeit des Berliner Coaches als neuer Bundestrainer. Die Füchse hoffen im Auswärtsspiel gegen Lübbecke auf Rückraumstar Pavel Horak.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Die Handball-Nationalmannschaft hat Dagur Sigurdsson mit zwei Siegen in der EM-Qualifikation wieder auf Erfolgskurs gebracht, seit seiner Rückkehr aus Wien gilt seine ganze Aufmerksamkeit nun wieder den Füchsen. Seit Montag bereiten sich die Berliner intensiv auf die Bundesligapartie am Mittwochabend beim TuS N-Lübbecke vor. Und die Füchse wollen es in Ostwestfalen besser machen als Hertha BSC, die Fußballer hatten zuletzt innerhalb von sechs Tagen gleich zweimal (Pokal und Bundesliga) dort verloren. „Natürlich wollen wir auch dort erfolgreich sein“, sagte denn auch Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der darauf hofft, dass die Berliner ihren Aufwärtstrend bestätigen.

Die Vorbereitung lief freilich nicht ganz reibungslos, immerhin fehlten aufgrund der EM-Qualifikation gleich acht Nationalspieler und eben auch Coach Sigurdsson beim Training. Offen ist noch, ob Rückraumspieler Pavel Horak gegen Lübbecke zum Einsatz kommt. Zuletzt hatte der Tscheche wegen seiner Ellbogen-Verletzung nur in der Abwehr gespielt. „Das entscheiden wir erst vor dem Spiel“, so Hanning.

DHB-Auswahl ist nervenstark geworden

Derweil hat der frühere Nationalspieler Stefan Kretzschmar sich begeistert gezeigt von den jüngsten Auftritten der Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation. Kretzschmar lobt vor allem die Arbeit von Neu-Bundestrainer Sigurdsson. Die DHB-Auswahl habe unter dem Isländer eine „neue mentale Stärke“, der Sieg gegen Österreich (28:24) „war ein großer Schritt nach vorne“ für die deutschen Handballer.

„Sigurdsson hat an den entscheidenden Stellschrauben gedreht und eine neue Mentalität geschaffen“, schrieb Kretzschmar in seiner Kolumne bei Sport1: „Endlich hat unser Team mal die Nerven bewahrt und ein wichtiges Spiel gewonnen. In der Vergangenheit haben wir in solchen Momenten ja nicht oft überzeugt.“ Die Mannschaft sei bereit gewesen, „den Kampf anzunehmen, Zweikämpfe zu gewinnen, aber auch im Angriff Verantwortung für den Ball zu übernehmen und sich untereinander zu vertrauen. Alles, was eine gute Mannschaft auszeichnet, scheint nun auf den richtigen Weg gebracht zu sein.“

Torwart-Entscheidung aus dem Bauch heraus

Die vorübergehende Versetzung von Silvio Heinevetter auf die Ersatzbank sieht Kretschmar nicht als großes Problem an. „Silvio ist extrem wichtig, und wenn wir Emotionen oder eine Initialzündung bei einem Rückstand brauchen, wird er noch seine besonderen Momente haben.“ Heinevetters Vertreter Carsten Lichtlein habe in Österreich und beim 30:18-Erfolg gegen Finnland überragend gehalten. „Die Wahl des Torhüters trifft der Trainer immer auch aus Bauchgefühl und Intuition heraus“, so Kretzschmar.

Der ehemalige Weltklasse-Linksaußen hob ohnehin den Anteil Sigurdssons am neuen Aufschwung hervor. „Jetzt gibt es für die Spieler keine Ausreden mehr, und es scheint, als ob die Siegermentalität sich auf die Mannschaft übertragen hat“, so Kretzschmar. Entscheidend sei auch die Abwehrarbeit der beiden Kreisläufer Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler im Mittelblock. „Das verspricht eine rosige Zukunft für den deutschen Handball“, sagte der 41-Jährige.