Handball

Füchse rutschen nach Niederlage gegen Hannover in die Krise

Zunächst schien es nur eine Auswärtsschwäche zu sein. Doch nach dem 28:29 gegen Hannover wissen die Füchse Berlin, dass sie vielleicht ein wenig zu optimistisch bei ihrer Saisonplanung waren.

Foto: Sport Moments/Basting / pa

Die Füchse Berlin sind auch daheim keine Macht mehr. Mitverantwortlich dafür sind die Handballspieler vom TSV Hannover-Burgdorf. Gegen die Niedersachsen verloren die Berliner vor 6487 Zuschauern in der Schmeling-Halle überraschend mit 28:29 (13:16). Für das Team von Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson war es nach dem blamablen 21:30 am Mittwoch in Minden die zweite Niederlage in Folge, aber die erste in eigener Halle. Daraus resultiert ein enttäuschender elfter Tabellenplatz für den Klub, der unbedingt einen Europapokal-Rang erreichen will. „Das geht nicht, und da gibt es auch keine Entschuldigungen“, sagte Kapitän Iker Romero und versuchte eine Erklärung: „Wenn das Selbstvertrauen nicht da ist, fehlt auch der Rhythmus.“

Sechs Treffer von Christophersen

Die erste Viertelstunde der Partie verlief nach einem klaren Muster: Die Füchse gingen in Führung, die Gäste glichen aus. Wobei auffällig war, dass die Hausherren die Abwehr der Hannoveraner mit ansehnlichen Spielzügen ausspielen konnten, sie selbst aber vor dem eigenen Tor große Probleme hatten. Vor allem mit dem Linkshänder Kai Häfner, der am Ende mit zehn Toren bester Werfer des TSV war. Sven-Sören Christophersen, der nach vier Jahren bei den Füchsen erstmals als Gegner zurückgekehrt war, erzielte sechs Treffer.

Für die Berliner, bei denen nach Bartlomiej Jaszka und Denis Spoljaric nun auch Pavel Horak wegen einer Ellbogen-Operation länger ausfallen wird, trafen Petar Nenadic und Jesper Nielsen zu den Führungen, die die Hannoveraner umgehend ausglichen. Die ersten Paraden von Torwart Silvio Heinevetter ließen dann die Hoffnung aufkommen, dass sich die Füchse absetzen würden. Nenadic traf auch zum 13:10 (20.). Statt des Selbstvertrauens wuchs allerdings die Konfusion.

Mehr als zehn Minuten ohne Torerfolg

In den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs blieb Sigurdssons Team ohne Tor, musste sich wegen Meckerns auch noch durch eine doppelte Unterzahl beißen. Hannovers Lars Lehnhoff traf serienweise per Siebenmeter, die Füchse lagen mit 13:16 zur Pause zurück. „Die ersten zwanzig Minuten haben wir ganz gut gespielt“, fand Sigurdsson. Nach diesem Negativlauf sei sein Team dann aber „mit dem Druck in der zweiten Halbzeit nicht gut umgegangen“.

Spätestens nach zwei weiteren schnellen Treffern zum 13:18 war jedem in der Halle bewusst, dass der Tabellensechzehnte allen Ernstes drohte, die Punkte mitzunehmen. Besonders die Berliner Spieler, die jetzt vermehrt auch glasklare Chancen vergaben, schienen verunsichert.

Hannover bekommt neun Siebenmeter, Berlin nur deren vier

Wenn gar nichts läuft, ist eine Alternative, die Brechstange herauszuholen, und genau das taten die Füchse, wobei sie zu viel mit den Schiedsrichtern haderten, die den Gästen insgesamt neun Siebenmeter, ihnen aber nur vier zusprachen. Mit Kampfgeist, Willen und einem wild entschlossenen Nenadic, der am Ende mit 13 Toren erfolgreichster Werfer der Partie war, kamen sie dennoch wieder in Schlagdistanz (18:20/41.).

In den letzten vier Minuten lagen sie mehrfach nur noch einen Treffer zurück und hatten in den letzten 13 Sekunden die Chance, wenigstens noch einen Punkt zu retten. Aber Fabian Wiede knallte den Ball fast von der Mittellinie über das Tor. „Die Woche ist nicht so gelaufen wie erhofft“, sagte Manager Bob Hanning und fügte mit Blick auf die Verletzten hinzu: „Die Lage ist sehr, sehr ernst.“