Handball

Die Füchse und das Rendezvous mit dem Ex

Rückraum-Star Christophersen spielte vier Jahre lang für die Füchse, ehe er im Sommer zum Liga-Konkurrenten TSV Hannover-Burgdorf wechselte. An diesem Sonntag kommt es zum Duell mit den Berlinern.

Foto: Foto Huebner / pA/Foto Huebner

Eigentlich, sagt Sven-Sören Christophersen, „kommt noch gar kein Gefühl von Rückkehr auf“. Zwar hat der Handballprofi die Füchse Berlin vor gut vier Monaten verlassen und kehrt nun am Sonntag (Schmeling-Halle, 15 Uhr) mit seinem neuen Klub, dem TSV Hannover-Burgdorf, an die alte Wirkungsstätte zurück. Doch für „Smöre“, wie Christophersen genannt wird, ist es eher so, als sei er nur mal kurz weg gewesen.

Während der Vorbereitung auf die neue Saison war er in einem Hotel in Hannover untergebracht, noch oft kehrte er in die Wohnung nach Berlin zurück. „Es hatte so etwas von Trainingslager, von dem man dann wieder in die vertraute Umgebung zurückkommt.“ Zudem hatte er im Sommer noch einiges mit seinem ehemaligen Teamkollegen Colja Löffler unternommen, erst kürzlich traf er bei der Nationalmannschaft Füchse-Coach Dagur Sigurdsson wieder, der inzwischen in Personalunion auch Bundestrainer ist. Und die Berliner Spieler Fabian Wiede, Paul Drux und Silvio Heinevetter trugen gemeinsam mit Christophersen das Trikot mit dem Bundesadler.

Vorfreude auf die Rückkehr

Inzwischen sieht sich der 29-Jährige „richtig in Hannover angekommen“. Gemeinsam mit seiner Frau hat er dort eine Wohnung bezogen. Es gibt für beide kein Pendeln mehr.

Am Sonntag geht es nun gegen die Füchse: Er spricht von „Vorfreude“. Schließlich sei man „nicht im Bösen“ auseinandergegangen. Es war jedoch eine spektakuläre Aktion, als im vergangenen Mai, unmittelbar nach dem letzten Saisonspiel der Füchse, Christophersens völlig überraschender Abschied nach vier Jahren bekannt gegeben wurde. Und anstatt Iker Romero zu verabschieden, erklärte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning noch überraschender, dass der Spanier – eben aufgrund von Christophersens Abgang – doch noch ein Jahr länger bleiben würde.

Heute sagt Hanning: „Für ,Smöre’ war es genau die richtige Entscheidung.“ Eigentlich hatte der Rückraumspieler noch einen Vertrag bis 2015, es war ihm aber schon signalisiert worden, dass es danach keine Fortsetzung in Berlin für ihn geben würde. „So ist das im Sport, das ist nun nichts Unnormales“, erklärt er. Doch als sich die Tür in Hannover auftat, unterschrieb er dort für drei Jahre, nachdem die Füchse mit einer vorzeitigen Vertragsauflösung einverstanden waren.

16 Tore in drei Spielen

Die ersten beiden Bundesligaspiele in der neuen Saison verpasste der Rechtshänder wegen einer Hüftreizung. Eine „kleine Schrecksekunde“ sei diese Verletzung gewesen. Nicht schon wieder... Schließlich hatte er in den vergangenen knapp zwei Jahren mehrere Zwangspausen wegen Knieverletzungen einlegen müssen. In den darauffolgenden drei Spielen erzielte der 1,98 Meter große Profi für Hannover zusammen 16 Tore. Allerdings ist sein Team, in der vergangenen Spielzeit Achter, mit 3:7 Punkten nicht gut in die Saison gestartet. Dass in Mait Patrail nun auch noch einer der Besten wegen einer Schulter-Operation mindestens vier Monate ausfällt, „ist ein schwerer Schlag für uns.“

Natürlich seien die Berliner am Sonntag Favorit, sagt Christophersen. „Es passt uns gar nicht in den Kram, dass die Füchse gerade verloren haben.“ Nach der 21:30-Klatsche vom Mittwoch in Minden ist dringend Wiedergutmachung geboten. „Wir müssen uns gemeinsam da rausziehen“, fordert Hanning.

Wieder die Rückennummer 66

Das ist nicht mehr Christophersens Problem. Er freut sich, „wieder eine dominantere Rolle in der Bundesliga einnehmen zu können.“ Und es war eine Bestätigung für ihn, auch wieder für die beiden Testspiele gegen die Schweiz in die Nationalmannschaft berufen worden zu sein. Es sei ein Vorteil gewesen, dass ausgerechnet Sigurdsson jetzt Bundestrainer ist, „da waren die Abläufe für mich nicht neu“. Ein Tor beim Sieg und fünf Treffer beim Remis gegen die Schweizer lautete seine Bilanz.

Geändert hat sich gegenüber Berlin in Hannover eines nicht: die Trikotnummer. Auch beim TSV trägt Christophersen die ihm vertraute 66. In Berlin lebte er sogar in einem Haus mit der Nummer 66. Zumindest hier muss er sich umstellen. Die Christophersens wohnen in Hannover jetzt in Nummer 18.