Handball

Den Berliner Füchsen fehlt jetzt auch noch der Abwehrchef

Denis Spoljaric wird an der Hand operiert und fehlt drei Monate. Ersatz zu finden, ist schwer. Es ist für den Pokalsieger der zweite empfindliche Ausfall nach Spielmacher Bartlomiej Jaszka.

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Die Nachrichtenlage bei den Berliner Handball-Füchsen könnte besser sein. Am Freitag mussten sie zwei Wochen vor dem Start der Bundesliga-Saison die nächste bittere Pille schlucken. Im Zentrum der Defensive wird in den kommenden drei Monaten ein großes Loch klaffen. Abwehrchef Denis Spoljaric verletzte sich im Training an der rechten Hand, die spätere Diagnose bestätigte den Verdacht auf eine Instabilität, die voraussichtlich in der kommenden Woche operativ behandelt werden soll. Der Weltmeister und Olympiasieger aus Kroatien fällt wahrscheinlich für drei Monate aus.

Geschäftsführer Bob Hanning spricht nachvollziehbar von einem „Supergau“, denn er muss bereits das zweite schon fast existenzgefährdende Loch in seinem Team beklagen. „Der Kopf der Mannschaft“, wie er Spielmacher Bartlomiej Jaszka nennt, wird nach einer Schulter-Operation voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres zurückkehren. Bitter, sagt Hanning, derzeit in den USA, „wenn der Angriffs- und Abwehrchef ausfallen“.

Auf die Verletzung des polnischen Nationalspielers hatte Hanning Zeit zu reagieren, „weil Bartlomiej schon in der letzten Saison Probleme mit seiner Schulter hatte“. Mit dem serbischen Nationalspieler Petar Nenadic war ein erfahrener Rückraumspieler so rechtzeitig verpflichtet worden, dass der sich bei den Füchsen während der Vorbereitung in seine neue Rolle schon hineinspielen konnte.

Mit dem Etat am Limit

Jetzt für Spoljaric adäquaten Ersatz zu finden, sei, so der Manager, „praktisch und faktisch kaum möglich. Wir sind finanziell gesund, aber durch die Verpflichtung von Nenadic an den Grenzen unseres Budgets angekommen“. Zudem seien so kurz vor der Saison Spieler vom Format eines Spoljarics kaum auf dem Markt. „Vielleicht finden wir eine Lösung, die uns drei oder sechs Monate hilft“, hofft Hanning. „Die müssten wir dann erst mal intern diskutieren, im Falle eines Falles aber extern finanzieren.“

Was im Klartext bedeutet, dass beim ersten Saisonhöhepunkt, wenn die Füchse am kommenden Dienstag als Pokalsieger in der Stuttgarter Porsche Arena beim Supercup auf Meister Kiel treffen, mit Sicherheit noch kein Neuer für das kroatische Kraftpaket im Abwehrzentrum in die Bresche springen wird. Vier Tag später starten Sigurdssons Männer dann in Göppingen in die Bundesliga-Saison. Danach stehen gegen den Bergischen HC (29.8.), den VfL Gummersbach (7.9.) und die HBW Balingen-Weilstetten (14.9.) drei Heimspiele in Folge.

Verständlich, dass Hanning ohne seine beiden Stars, Abwehrchef Spoljaric und Spielmacher Jaszka, „natürlich um so mehr auf die Unterstützung des Publikums im Fuchsbau vom ersten Spiel an“ hofft.