Handball

Füchse unter Schock – Lange Pause für Spielmacher Jaszka

Der Denker und Lenker im Spiel des Berliner Handball-Bundesligisten fällt nach einer Schulter-Operation mindestens fünf Monate lang aus. Als Ersatz soll der Serbe Petar Nenadic kommen.

Foto: Axel Heimken / picture alliance / dpa

Als am Mittwoch die Spieler der Füchse Berlin zum Fototermin antraten, war Bartlomiej Jaszka dabei. Eigentlich logisch, schließlich ist der Spielmacher das Handball-Bundesligisten unverzichtbarer Bestandteil des Teams. Doch der polnische Nationalspieler lächelte nur für die Fotografen. Wie es in ihm aussah, konnte man nur erahnen. Denn mindestens fünf Monate lang wird der 31-Jährige nicht spielen können. Bereits in der vergangenen Woche wurde er in seiner Heimat an der rechten Schulter operiert, an der er jetzt eine Manschette trägt.

Für die Füchse Berlin hat die am Montag gestartete Vorbereitung auf die neue Saison mit einem Schock begonnen. „Für uns ist das fatal“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. Mit Jaszka wird das Herzstück fehlen, der Denker und Lenker im Team.

Jaszka, in Berlin bis 2017 unter Vertrag, hatte sich im Januar bei der EM in Dänemark an der Schulter verletzt. Von da an hatte er sich unter Schmerzen über den Rest der Saison gequält. Mal ging es besser, mal schlechter. Man versuchte, ihm immer mal eine Pause zu gönnen. Jaszka hielt durch, erkämpfte sich mit den Füchsen den deutschen Pokal, erreichte Platz drei beim Final Four um den EHF-Cup und Rang fünf in der Bundesliga. „Ich nenne ihn gern unseren Daniel Düsentrieb“, erklärt Hanning. Ein Mann, dem immer was einfällt und der nicht zu ersetzen ist.

Und der nun eben doch ersetzt werden muss. Die Füchse sind bereits auf dem Spielermarkt fündig geworden: Am Mittwochabend traf, aus Belgrad kommend, Petar Nenadic ein. Der serbische Nationalspieler wird am Donnerstag die medizinischen Untersuchungen durchlaufen – und soll dann einen Einjahresvertrag unterschreiben.

Erst medizinische Untersuchungen, dann Unterschrift unter den Vertrag

Nenadic ist 1,98 Meter groß und hat in der vergangenen Saison beim Champions-League-Teilnehmer Wisla Plock in Polen gespielt. Der Klub traf in der Gruppenphase auch auf den THW Kiel, schied dann im Achtelfinale gegen Veszprem (Ungarn) aus. In zwölf Spielen in der Eliteklasse kam Nenadic auf 69 Tore, der 28-Jährige war eine der Stützen seiner Mannschaft. Vor seinem Engagement in Polen war er auch bei Roter Stern Belgrad, dem FC Barcelona, Pick Szeged (Ungarn) und dem dänischen Klub Tvis Holstebro unter Vertrag. Mit der serbischen Nationalmannschaft gewann er 2012 EM-Silber.

Nenadic sei von seiner Spielweise her nicht mit Jaszka zu vergleichen, erklärt Hanning. „Er ist nicht so der Ballverteiler wie Jaszka, sondern agiert eher individueller.“ Wobei er ihm „hohe individuelle Fähigkeiten“ attestiert. Man wird sehen, wie sich Nenadic einfügen kann. Hanning gibt zu, dass dem potenziellen Zugang der Ruf vorauseilt, „nicht ganz einfach zu sein“. Er mache sich in dieser Hinsicht aber keine Gedanken: „Unser Trainer Dagur Sigurdsson kann auch mit schwierigeren Typen umgehen.“