Handball

Füchse gegen Szeged – „Ein Traumlos ist das nicht“

Die Füchse treffen im Halbfinale des EHF-Cups auf Pick Szeged und hoffen gegen die starken Ungarn auf den Heimvorteil. Die Berliner wollen perfekte Gastgeber sein, aber auch den Pokal holen.

Foto: Hannibal Hanschke / picture alliance / dpa

Füchse-Manager Bob Hanning hatte Frank Henkel ein leises „nur nicht Montpellier“ mit auf den Weg zu der Schale mit den vier blauen Loskugeln gegeben. Und der Senator für Inneres und Sport kam der Bitte seines Freundes tatsächlich nach: Berlins Handball-Bundesligist trifft am 17. Mai in der Max-Schmeling-Halle im Halbfinale des Final-Fours des EHF-Cups auf Pick Szeged aus Ungarn. Die Franzosen müssen sich im Anschluss mit HCM Constanta aus Rumänien auseinandersetzen.

Vielleicht hätte Hanning Glücksfee Henkel mit noch konkreteren Wünschen zur Tat schreiten lassen sollen, denn danach war von ihm zu hören: „Ein Traumlos ist das nicht. Mir wäre Constanta lieber gewesen. Als wir gegen die Rumänen in der Gruppenphase gespielt haben, waren die zwar nicht ganz komplett, aber wir können auch viel besser spielen. Jetzt haben wir halt das Knallerlos und sind wirklich gefordert.“

Sein Kollege aus Ungarn haderte mit dem Los aber noch ein wenig mehr als Hanning. „Wir hatten gehofft, zu allererst den Füchsen und dann Montpellier aus dem Weg zu gehen“, sagte Na’ndor Szögi, „die Berliner sind ein sehr starkes Team – und sie spielen zu Hause.“

Vielleicht rührt der Respekt des Managers von Szeged auch aus den Duellen der beiden Klubs in der Champions League 2012/2013. Da gewannen die Berliner in Ungarn klar mit 29:22 und das Heimspiel mit 29:24. Muster ohne Wert seien diese Resultate, unterbricht Hanning den Blick zurück sofort. Schließlich habe Szeged in der ungarischen Liga gerade erst Meister Veszprem geschlagen, ein Team, das im Halbfinale der Champions League steht und dort – wie ebenfalls am Dienstag ausgelost wurde – auf den THW Kiel treffen wird. „Szegeds Mannschaft hat sich seit der vergangenen Saison enorm verstärkt. Aber vielleicht hat dieses Los ja auch etwas Gutes: Wenn man es in das Finale schafft, hat man dann schon ein Stressspiel hinter sich.“

Vier Teams auf Augenhöhe

Das Leistungsgefälle dürfte sich ohnehin in Grenzen halten, wenn am Ende einer Saison die besten vier Teams übrig sind. Möglicherweise profitieren die Berliner davon, dass Manager Hanning sich im Dezember gegen sechs Mitbewerber durchsetzte und das Turnier nach Berlin holte. „Perfekt“ sei die Bewerbung gewesen, lobte der Generalsekretär der European Handball Federation (EHF), Michael Wiederer. Jetzt will Hanning einen ebenso perfekten Gastgeber geben. Dass die Kulisse des Ereignisses würdig sein wird, ist er sich sicher, denn es seien „nur noch rund 1500 Karten zu haben“.

Im Detail hat Hanning schon mal vorgelegt. Der Pokal, den die Füchse nach einer Ausschreibung mit 38 Bewerbern von einer Künstlerin im Allgäu haben fertigen lassen, kann sich sehen lassen. Er kostete knapp 10.000 Euro, ist 15 Kilo schwer. Und man kann im Gegensatz zum deutschen Pokal, den die Füchse gerade gewannen, „auch daraus trinken", witzelte Berlins Manager.

Wann der Cup am Sonntag, dem 18. Mai, vom Kapitän der Siegermannschaft, möglicherweise von Iker Romero, in die Höhe gereckt werden wird, steht noch nicht fest. „Das hängt von den Fernseh-Übertragungen ab“, erklärt Hanning. „Unser Halbfinale wird am Sonnabend voraussichtlich als erstes Spiel um 14.30 Uhr ausgetragen. Für das Finale am Sonntag ist unser Wunschpartner der RBB.“ Die EHF habe zugestimmt, und die Gespräche seien auf einem guten Weg.