Handball

Füchse gewinnen letztes EHF-Gruppenspiel deutlich

Die Berliner besiegten am Sonntag Sporta Hlohovec aus der Slowakei klar mit 34:28 und schlossen die Gruppe D als Erster ohne Niederlage ab. Linksaußen Fredrik Petersen stach mit neun Toren heraus.

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Manchmal ist Sport am schönsten, wenn es um nichts mehr geht. „Das war entspannt, es hat richtig Spaß gemacht“, freute sich etwa Markus Richwien, Spieler der Füchse Berlin. Sein Mannschaftskollege Colja Löffler pflichtete ihm bei: „Es macht Spaß, im EHF Cup zu spielen.“ Sogar Martin Liptak, der Trainer von HC Sporta Hlohovec, der dem Berliner Handball-Bundesligisten mit 28:34 (14:17) unterlagen war, meinte: „Ich denke, die Leute haben ihren Spaß gehabt. Ab und zu war es wie bei einem Freundschaftsspiel.“ Die rund 4700 Zuschauer sahen es offenbar genauso. Sogar „La ola“ rollte am Ende durch die Schmeling-Halle.

Für das Final Four des EHF Cups, das am 17. und 18. Mai ebendort stattfindet, waren die Füchse vorher schon qualifiziert. Ungeschlagen haben sie sich trotz ihrer vielen Verletzten bravourös durch die Zwischenrunde gekämpft – „damit können wir sehr zufrieden sein“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning. Im Grunde, das ließ er durchblicken, war es ein Segen, dass die Berliner nach zwei Jahren in der Champions League diesmal eine europäische Klasse tiefer unterwegs sind. Denn bei den vielen personellen Problemen in dieser Saison hätte es in der Königsklasse wohl eher frustrierende Erlebnisse und Ergebnisse gegeben.

Hanning hat klare Vorstellungen

So aber konnten es sich die Füchse leisten, gegen den slowakischen Meister erneut alle Spieler einzusetzen, die derzeit zur Verfügung stehen. Die Nachwuchskräfte Fabian Wiede, Jonas Thümmler, den wiedergenesenen Paul Drux und Jaron Siewert etwa, aber auch auch Richwien und Löffler, die zuletzt von Trainer Dagur Sigurdsson weniger Spielzeit bekommen haben. Linksaußen Fredrik Petersen ragte mit neun Toren heraus. Mattias Zachrisson steuerte fünf Treffer bei, Richwien vier.

Als Gastgeber müssen die Berliner nicht das Viertelfinale überstehen, um ins Finalturnier zu gelangen, und sie sind anscheinend ganz froh darüber. „Natürlich spielen in der Champions League die besten Mannschaften der Welt“, sagte Torwart Petr Stochl, „aber auch die Teams im EHF Cup haben Qualität. Man muss Respekt vor ihnen haben.“ Er sei stolz, dass seine Mannschaft die Runde „so gut überstanden hat“. Schon vor Jahren habe er sich bei aller Freude über die Teilnahmen an der Champions League ein Ziel gesetzt: „Ich will mit Berlin einen Pokal holen. Das ist sehr wichtig für unseren Verein.“ Hanning fügt hinzu: „Wir haben den großen Traum vom ersten Titel.“

Ein Hauch von Königsklasse im Mai

Dafür gibt es sogar zwei Chancen. Denn die Füchse stehen ja auch im Final Four um den deutschen Pokal, der am 12. und 13. April in Hamburg stattfindet. Halbfinalgegner ist der MT Melsungen, keine leichte, aber eine lösbare Aufgabe. Wenn bis dahin auch Sven-Sören Christophersen, Bartlomiej Jaszka und Pavel Horak, die am Sonntag noch in Zivil zuschauten, ihre Verletzungen überwunden haben. Sowieso glaubt Hanning, „dass wir an einem Tag jede Mannschaft der Welt schlagen können“. Wenn alles passt, wenn alle dabei sind.

Er hat auch schon genaue Vorstellungen, wen er beim Final Four in Berlin sehen will. „Lugi Lund, weil es eine skandinavische Mannschaft ist. HB Montpellier, weil die für das Publikum sicher sehr attraktiv sind. Ein bisschen Angst habe ich vor Pick Szeged.“ Die Ungarn haben sich wie Montpellier, aber auch die Füchse bereits in der Champions League wacker geschlagen, so dass im Mai doch ein Hauch von Königsklasse zu erwarten ist. Dann aber, so viel steht jetzt schon fest, ist es mit dem Spaß vorbei. Schön werden soll es trotzdem.