Handball

Dezimierte Füchse haben beim HSV keine Chance

Die Berliner lagen zur Halbzeit bereits mit zehn Toren Differenz in Rückstand. Dann konnten sich die Füchse nach der Pause auf ein 32:39 steigen und ein Debakel verhindern.

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Gegen keinen anderen Gegner haben die Füchse in dieser Saison schon so oft gespielt wie gegen den HSV Handball. Gingen die bisherigen drei Auseinandersetzungen jedes Mal knapp aus (30:30, 26:27 in der Qualifikation zur Champions League, 32:33 in der Bundesliga), war das vierte Aufeinandertreffen der Handballteams am Donnerstagabend eine ganz klare Sache: In der Hamburger O2 World unterlag Berlin im Bundesligaspiel gegen den HSV mit 32:39 (11:21).

In der Tabelle tat sich nichts: Die Hamburger bleiben Vierter, haben noch Titel-Ambitionen, die Füchse sind nach wie vor Fünfter. Dieser Platz bedeutet die Qualifikation für den EHF Cup in der kommenden Spielzeit.

Der Hauptgrund für die klare Niederlage lag sicher in der Personalsituation bei den Füchsen: Zwar war wieder Torwart Silvio Heinevetter dabei, der seinen Infekt auskuriert hatte. Aber nach wie vor fehlten der Dauerpatient Sven-Sören Christophersen (Knie) und Paul Drux (Bänderriss). Nach seinem Comeback in Chambery pausierte jedoch Pavel Horak erneut, der nach einer Fußverletzung noch nicht schmerzfrei ist. Dazu fehlte noch Bartlomiej Jaszka, der unter einer Schulterentzündung litt.

Trainer Sigurdsson lobt Charakter der Mannschaft

Zwar nahm Trainer Dagur Sigurdsson im Angriff anfangs oft den Torwart heraus und ließ mit sieben Feldspielern spielen, aber schnell hieß es 5:10 (14. Minute). Bei den Füchsen standen viele junge Spieler auf dem Feld, auch Oliver Milde, der nach der Saison für zwei Jahre zum Zweitligisten VfL Bad Schwartau wechseln wird.

Die Berliner, bei denen Konstantin Igropulo (7) bester Werfer war, machten viele Fehler. Trotz diverser Defensiv-Varianten fand man kein Mittel gegen den HSV. Erst Petr Stochl, dann Heinevetter flogen im Tor die Bälle um die Ohren. „Silvio wurde oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen“, urteilte Bundestrainer Martin Heuberger zur Pause.

Aber die Füchse kämpften nach dem Wechsel aufopferungsvoll: Nach einer 8:2-Serie hieß es nur noch 19:23 (38.). Aber der HSV schlug gnadenlos zurück – 21:29 (46.). Zumindest gelang es den Füchsen, ein drohendes Debakel abzuwenden. Das sah auch Sigurdsson so: „In der zweiten Halbzeit haben wir toll gekämpft und haben Charakter gezeigt.“