Handball

Bei den Füchsen kann der Nachwuchs gut mit Stress umgehen

In ihrer Jugend errangen Jaron Siewert und Co. mit dem Füchsen vier Deutsche Meisterschaften und lernten dabei, mit Druck umzugehen. Davon profitieren sie bei ihren Einsätzen in der Profi-Mannschaft.

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Treue ist für Jaron Siewert eine gelebte Tugend. Seit seiner Kindheit spielt der Rückraumakteur bei den Füchsen Handball, mit der Jugend wurde er vier Mal Deutscher Meister. Seit dieser Saison steht der 20-Jährige im Kader der 2. Mannschaft. Er studiert, treibt seinen Trainerschein voran – und wenn das Profiteam ihn braucht, ist er zur Stelle. So wie am Mittwochabend beim Bundesligaspiel gegen den TVB Lemgo, das die Füchse mit Siewert 26:22 gewannen. „Es freut mich, dass ich das Vertrauen bekomme und der Mannschaft helfen kann“, sagt der Rückraumspieler und lächelt: „Das macht richtig viel Spaß.“

Dass die Füchse auf den eigenen Nachwuchs setzen, ist bekannt. Oder wie Geschäftsführer Bob Hanning sagt: „Die Jugend ist unsere Absicherung.“ Gegen Lemgo standen aber gleich sechs Spieler auf dem Parkett der Schmeling-Halle, die vom Bundesligaklub selbst ausgebildet worden sind. Weil Silvio Heinevetter und Fredrik Petersen (beide grippaler Infekt) neben vier Langzeitverletzten ausfielen, wurden kurzfristig Torhüter Maximilian Kroll und eben Siewert verpflichtet. Und Trainer Dagur Sigurdsson scheute sich nicht, die Jung-Füchse auch zu bringen, selbst in kritischen Situationen der Partie.

Konsequente Weiterentwicklung

„Wir brauchen die jungen Spieler jetzt in der entscheidenden Saisonphase, von daher müssen sie rasch an den Liga-Alltag herangeführt werden“, erklärt Hanning und ist froh, dass Sigurdsson die Maxime des Vereins umsetzt. „Wir rufen ja jetzt keinen Jugendwahn aus. Immerhin setzen wir ja auch auf erfahrene Profis. Die jungen Leute auch tatsächlich spielen zu lassen ist nicht mutig, sondern nur konsequent und logisch für den Weg der Füchse.“

Nun ist es das eine, junge Spieler mitten ins Profi-Geschehen zu werfen; das andere ist, dass die Jungspunde dieser Aufgabe auch gewachsen sind. „Natürlich müssen die Jungs geführt und entwickelt werden. Das tun wir“, sagt Hanning. Der Manager weiß auch, warum Siewert und Co. in der Bundesliga erstaunlich gut bestehen: „Sie profitieren ganz enorm von ihrer Zeit, in der sie Deutscher Meister mit der Jugend geworden sind, denn da mussten sie das Team unter Stress zum Titel führen.“ Wer Leistungssport betreibe, müsse mit maximalem Druck umgehen können. „Unser Nachwuchs kann das, er ist stresserprobt.“