Persönlich hat sich Bob Hanning nicht in Wetzlar bedankt. Aber gefreut hat sich der Geschäftsführer der Füchse Berlin natürlich schon, dass die HSG am vergangenen Wochenende überraschend mit 32:24 bei der MT Melsungen gewonnen hat. Für das Berliner Handballteam bedeutete dieser Sieg, dass der Abstand der Füchse als Fünfter zu den sechstplatzierten Melsungern doch bei vier Punkten blieb. „Das hat uns gut getan“, sagt Hanning, „aber vor allem ist es wichtig, dass wir unsere Hausaufgaben machen.“

Um im schulischen Bild zu bleiben: Versetzt in den EHF Cup für die kommenden Saison wird eine Mannschaft nur, wenn sie mindestens Platz fünf belegt. Und am Mittwoch steht für die Füchse als Hausaufgabe in der Schmeling-Halle die Bundesligapartie gegen den TSV Hannover-Burgdorf (20.15 Uhr, Sport1) an.

In einigem sind sich die Füchse und die auf Platz neun liegenden Niedersachsen sehr ähnlich: Beide verloren zum Beispiel ihre letzten drei Bundesligapartien. Was bei den Berlinern auch in der Verletzungsmisere begründet lag. Die Hannoveraner wurden zwei Wochen lang von einem Magen-Darm-Virus geplagt. Und beide Teams sind noch im EHF Cup vertreten. Die Füchse stehen in ihrer Gruppe (zwei Siege, eine Unentschieden) auf dem Sprung ins Viertelfinale, der TSV hingegen hat nach einem Remis und zwei Niederlagen eher geringe Chancen aufs Weiterkommen.

Aber jedes Spiel ist zurzeit für die Berliner ein ganz harter Kampf. Die Verletzungen von Sven-Sören Christophersen, Pavel Horak und Paul Drux müssen seit Wochen kompensiert werden. Als Trainer bereite einem immer wieder die Frage Sorgen „Wie kommst du durch?“, hat Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson kürzlich in einem Interview auf der Website von „Handball-World“ erzählt. Zuletzt kamen die Berlin nicht gut durch.

Berliner spielen noch in drei Wettbewerben

Noch sind die Füchse aber in drei Wettbewerben aktiv: neben der Bundesliga und dem EHF Cup auch im deutschen Pokal, wo man im Final Four in Hamburg (12./13. April ) im Halbfinale auf Melsungen trifft. „Wir wollen jetzt einfach noch mal alles aus uns herauskitzeln“, sagt Sigurdsson.

Hanning setzt auf die Heimstärke: „Wir dürfen in dieser Saison kein Heimspiel mehr verlieren.“ Was bedeuten würde, dass sich die Berliner nicht nur direkt für das Final Four des EHF Cups (als Veranstalter dürften die Füchse das Viertelfinale überspringen) qualifizieren würden, sondern sie würden den europäischen Pokal, der Hanningschen Logik folgend, auch gewinnen.

Doch bis dahin ist es noch weit. Eine wichtige Etappe in Richtung Endrunde in Berlin wäre mit einem Sieg am Sonntag (Schmeling-Halle, 17.15 Uhr) gegen den rumänischen Vertreter Constanta geschafft. Aber Hanning muss zugeben: „Meine Hoffnung, dass von den Verletzten der eine oder andere gegen Constanta zurückkommen könnte, wird sich nicht erfüllen.“