Handball

Füchse müssen sich trotz der vielen Ausfälle durchkämpfen

Auch am Sonntag gegen die SG Flensburg-Handewitt wird das Handballteam auf wichtige Spieler verzichten müssen. Zumindest haben die Berliner in Torwart Petr Stochl einen sicheren Rückhalt.

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Das Versprechen steht schon mal. „Wir wollen den Berlinern etwas bieten“, sagt Bob Hanning. Es ist kein Jammern zu hören vom Geschäftsführer der Füchse Berlin vor dem Bundesligaspiel am Sonntag (17.15 Uhr, Sport1) in der Max-Schmeling-Halle gegen die SG Flensburg-Handewitt. Denn Grund zum Klagen hätte das Berliner Handballteam reichlich. Die Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen, Pavel Horak und Paul Drux fallen weiterhin verletzt aus, und die Hoffnung, dass Torhüter Silvio Heinevetter wieder dabei sein könnte, hat sich auch nicht erfüllt. Eine Magen-Darm-Erkrankung hat den Nationalkeeper flach gelegt.

Wobei man sich über die Besetzung im Kasten wohl die geringsten Sorgen machen muss. Schließlich hat am vergangen Mittwoch, beim Pokalsieg gegen Lemgo, Petr Stochl gezeigt, dass er mehr als nur die Nummer zwei ist. Mit Weltklasse-Paraden war er ein Garant für den Erfolg, der den Füchsen den Einzug ins Pokal-Final-Four in Hamburg (12./13. April) bescherte.

Wie lange hält Romero die hohe Belastung durch?

Aber die Fragen bleiben: Wie lange geht das gut? Wie lange können die Füchse den Ausfall der wichtigen Spieler kompensieren? Wie viel Kraft hat beispielsweise Iker Romero, 33, vier Tage nach seinem Gala-Auftritt gegen Lemgo noch? „Das ist schon bitter“, sagt Hanning mit Blick auf die Gesamtsituation. Er betont aber auch, dass die Füchse dennoch über einen guten Rückraum verfügen und in Stochl „einen der besten Torhüter der Welt“ hätten. „Wir sind nicht irgendeine Theken-Truppe.“

Die Füchse, in der Tabelle auf Rang fünf (34:12 Punkte) liegend, haben nach wie vor einen hohen Anspruch. „Ich wäre mit einem Punkt zufrieden“, sagt Hanning. Ein Punkt gegen die Flensburger, die neben Kiel, Hamburg und den Rhein-Neckar Löwen zu den vier deutschen Champions-League-Teilnehmern zählen, das wird sehr schwer. Auf die Unterstützung ihrer Fans werden die Berliner auf alle Fälle setzen können: Die Arena wird wohl ausverkauft sein, an den Tageskassen gibt es nur Restkarten.

Flensburg muss auf Nationalspieler Glandorf verzichten

In der Hinrunde kamen die Berliner zu einem starken 26:26 in Flensburg. „Wir haben gesehen, dass wir auf Augenhöhe sind, wenn wir gut drauf sind“, erklärt Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. Doch damals waren die Füchse nahezu vollzählig.

Aber auch die Flensburger sind nicht zu beneiden. Mitte der Woche verletzte sich Linkshänder Holger Glandorf bei einem Trainingsunfall am Auge. Beim Nationalspieler muss ein Loch in der Netzhaut gelasert werden. Glandorf wird in Berlin fehlen.

Die SG ist inzwischen ohne Titelchance

Überhaupt hatten die Norddeutschen in dieser Saison mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Auch ein Grund dafür, dass sie nur auf Platz vier (36:10) liegen. Nicht wenige Experten hatten ihnen vor Saisonbeginn zugetraut, diesmal Meister THW Kiel (28:4) ablösen zu können. Aber die SG hat inzwischen – trotz Nachverpflichtungen – dieses Vorhaben aufgeben müssen.