Handball

Christophersen will gegen Kiel den Heimvorteil nutzen

Das Spitzenspiel zwischen den Füchsen Berlin und dem THW Kiel ist seit Wochen ausverkauft. Sven-Sören Christophersen würde zu gern den Meister mit einem Sieg vom zweiten Tabellenplatz verdrängen.

Foto: Jens Wolf / dpa

Über mangelnde Unterstützung der Fans müssen Berlins Handball-Füchse ohnehin nie klagen. Am Sonntag wird es aber im Fuchsbau noch lauter werden, denn dank einer Extra-Tribüne werden rund 10.000 Fans ihre Mannschaft in der picke-packe-vollen Schmeling-Halle anfeuern, besser: versuchen, zum Sieg zu schreien. Zu Gast ist mit dem THW Kiel die Übermannschaft der letzten Jahre (15 Uhr, live im Ticker). Den Meister mit einem Sieg vom zweiten Tabellenplatz zu verdrängen, wäre auch für Sven-Sören Christophersen, 28, ein Vergnügen.

Berliner Morgenpost: 10.000 Fans im Rücken, Kiel vor der Brust – werden Sie da schon Tage zuvor heiß und nervös, Herr Christophersen?

Sven-Sören Christophersen: Gegen den THW ist man immer heiß, die Vorfreude ist schon da, aber die Anspannung baut sich erst vor dem Spiel auf. Man bereitet sich ganz normal vor, weiß aber natürlich um die Qualitäten der Kieler. Mit der Nervosität direkt vor dem Spiel wird man am besten fertig, wenn man in Aktion ist, sich bewegt und gar keine Zeit hat, groß nachzudenken.

Sie hatten keine englische Woche, haben zuletzt in Brest in Weißrussland den Einzug in die Hauptrunde des EHF-Pokals geschafft. Die Voraussetzungen und die Stimmung müssten eigentlich gut sein.

Ja, wir haben in den letzten Wochen die richtigen Ergebnisse eingefahren. Zwar war der THW Kiel viel unterwegs in der Liga und in der Champions League, ist aber auch auf jeder Position mit zwei Weltklassespielern gespickt. Wir haben uns zu Hause in den vergangenen Jahren gegen die Kieler immer gut präsentiert, und genau das wollen wir natürlich auch dieses Mal tun.

Wie wichtig wird es sein, Kiels Superstar Filip Jicha zu stoppen?

Natürlich wird Filip als Kapitän vorangehen, aber Kiel hat auch mit Marko Vujin einen Toptorschützen im Rückraum. Wir müssen aufpassen, dass die Jungs nicht heiß laufen und uns die Bude zusammenschießen. Die Gefahr bei einer Mannschaft wie Kiel ist doch, dass, wenn sich auf Einzelne konzentriert wird, andere die Chance nutzen. Unsere Aufgabe ist es, den THW kompakt als Mannschaft zu bekämpfen.

Wie geht es Ihnen? Sie haben sich nach einer Knie-Operation im Sommer ganz langsam herantasten müssen. Sind Sie wieder da, wo Sie sein wollen?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich habe wieder mehr Probleme mit dem Knie, aber letztendlich brauchen wir aktuell jeden Mann, so dass ich mich versuche durchzukämpfen und der Mannschaft zu helfen. Es ist schwierig, ein Entzündungs- und Überlastungsproblem in der laufenden Spielzeit zu behandeln. Wahrscheinlich wird nach Weihnachten eine Pause für mich anstehen. Das muss unter Kontrolle gebracht werden, ich möchte auch mal wieder Richtung 100 Prozent gehen. Auf Dauer ist die Situation eher frustrierend.

Sie können Kiel heute von Platz zwei verdrängen, trotz des Umbaus im Sommer. Haben Sie das erwartet?

Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen und wollen versuchen, den Heimvorteil und die 1000 Extra-Zuschauer für uns zu nutzen. Aber kein Team läuft derzeit voraus, eine interessante Situation. Das bedeutet aber auch, dass, wenn man ein solches Vier-Punkte-Spiel gewinnt, woanders Punkte lassen kann. Wir wollen jetzt erst mal unsere Serie bis Weihnachten durchbringen.