EHF-Pokal

Füchse Berlin müssen um Europa bangen

Die Füchse Berlin haben nur mit viel Mühe das Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zum EHF-Pokal gewonnen. In der Max-Schmeling-Halle bezwangen sie Meschkow Brest mit 22:20.

Foto: Marius Becker / dpa

Konstantin Igropulo flüchtete sich in Floskeln: „So ist das eben im Sport, es läuft nicht immer so, wie man es sich vorstellt“, sagte der Rückraumspieler der Füchse Berlin. Stimmt, das Berliner Handballteam hatte sich das Hinspiel der 3. Runde im EHF-Pokal sicherlich anders vorgestellt. Am Ende stand am Mittwochabend in der Schmeling-Halle zwar ein 22:20 (8:10)-Sieg der Füchse gegen Meshkov Brest, aber es wird nicht einfach, die Gruppenphase zu erreichen. Denn das Polster von zwei Toren ist sehr dünn; am 30. November (Sonnabend) müssen die Berliner in der weißrussischen Stadt zum Rückspiel antreten. „Es wird sehr schwer“, gab auch Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson ehrlich zu.

Mit fassungslosem Gesichtsausdruck waren Spieler, Trainer und Funktionäre der Berliner bereits nach 30 Minuten in die Kabine gegangen. So schwach hatte man die Füchse schon lange nicht mehr gesehen. Schlechte Wurfauswahl wechselte sich mit technischen Fehlern und überhasteten Abspielen ab.

Sigurdsson traute seinen Augen nicht. Dabei war der Trainer sehr froh gewesen, dass die drei Wackelkandidaten Sven-Sören Christophersen (Sprunggelenk-Prellung), Jesper Nielsen (Nasenbeinbruch) und Pavel Horak (steifer Nacken) doch dabei sein konnten. Aber sie waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte und konnten nicht verhindern, dass bei Berlin nur wenig zusammenlief.

„Wir wollten zu Beginn gleich Vollgas geben“

Zwar führten die Füchse, bei denen Petr Stochl im Tor begann, nach 21 Minuten mit 8:5. „Wir wollten zu Beginn gleich Vollgas geben“, sagte Rechtsaußen Markus Richwien, „das hat eigentlich geklappt.“ Aber die Wende zum Besseren war diese Drei-Tore-Führung nicht. Eine 0:5-Serie aus Berliner Sicht sorgte für den Halbzeitstand von 8:10. Dabei spielten auch die Weißrussen fehlerhaft, sie kreuzten vor der Berliner Abwehr zwar viel, entwickelten jedoch mit ihrem teils langsamen Spiel selten Tordruck.

Aber gegen die Füchse reichte das erst einmal. „Die haben uns teilweise eingelullt“, sagte Richwien. „Aufwachen!“, rief ein Zuschauer zu Beginn der zweiten Hälfte. Doch es begann gleich mit einem vergebenen Siebenmeter von Fredrik Petersen und dem 8:11. Zur bis dahin schwachen Leistung der Berliner kam noch die enttäuschende Zuschauerresonanz: Nur 3712 Fans wollten das so wichtige Spiel sehen, das eigentlich der starke Auftakt einer erfolgreichen Tour durch Europa sein sollte.

Die Zuschauer unterstützten ihr Team vorbildlich, das immer wieder mit teils merkwürdigen Entscheidungen der spanischen Schiedsrichter haderte. Doch symptomatisch eine Szene nach 38 Minuten: Erst hielt Silvio Heinevetter einen Siebenmeter, im Gegenzug warfen die Füchse den Ball jedoch ins Aus.

Aber die Füchse kämpften sich ins Spiel zurück. Konstantin Igropulo glich zum 12:12 (40.) aus – es folgte der Auftritt von Kapitän Iker Romero, der zum 13:12, 14:12 und später zum 16:14 (46.) traf. Die Führung wurde noch ausgebaut – 19:14 (50.).

Aber die Füchse an diesem 20. November 2013 hatten zwei Gesichter: Aus der Fünf-Tore-Führung wurde am Ende doch nur ein 22:20. Igropulo, mit sechs Toren bester Werfer in der Berliner Mannschaft, wusste, was im Rückspiel auf die Füchse zukommen wird: „Wenn wir nicht 120 Prozent bringen, scheiden wir aus.“