Sein rechter Arm ist sein Kapital, gern schützt Iker Romero daher die empfindliche Muskulatur mit einer Manschette. Dennoch ist das blauschwarze Kreuz zu sehen, das auf der Innenseite tätowiert ist. Der Glaube spielt eine zentrale Rolle im Leben des Spaniers und Kapitäns der Füchse Berlin, jedes Mal vor Betreten des Handballfeldes bekreuzigt sich der Rückraumspieler dreimal. So auch am Dienstagabend im Bundesligaspiel gegen Göppingen (28:23). Vier Siebenmeter verwandelte Romero und ebnete den Füchsen damit den zweiten Heimsieg. „Er ist bei uns eben der Mann für die besonderen Momente“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning.

Auch Romero war nach dem Spiel bester Laune. Die Kollegen klatschten dem 33-Jährigen als Dank für seine wichtigen Treffer auf die Schulter, und der Spanier nahm die Glückwünsche nur allzu gern an; kommt ja nicht so oft vor, dass er Spiele entscheidet. Aber eben immer mal wieder, und dafür hatten ihn die Füchse im Sommer 2011 auch vom FC Barcelona geholt. „Es freut mich, wenn ich der Mannschaft helfen kann“, sagt Romero bescheiden.

199 Länderspiele für Spanien

Natürlich muss es der Anspruch eines jedes Profisportlers sein, so viel wie möglich auf dem Feld zu stehen. Diesen Antrieb hat auch Romero. Und doch reicht es nach vielen Jahren Leistungssport für den Rückraumspieler, der 199 Mal für Spanien auflief und dabei 752 Tore warf, nicht mehr zum Stammkraft. Bei der Teampräsentation am 20. August in der Spielbank drückte es Romero in Richtung Dagur Sigurdsson so aus: „Trainer, ich muss nicht am Anfang spielen“, sagte der Rechtshänder damals und lächelte, „aber am Ende, da musst du mich immer spielen lassen.“ Das Auditorium applaudierte lautstark.0

In der heimischen Max-Schmeling-Halle lieben sie ihren Iker Romero, den temperamentvollen Spielmacher, der sein Team gestenreich antreibt. Auch wenn die Nettospielzeit kaum mehr als 15 Minuten übersteigt, entschied er schon so manche Partie für die Berliner. Wenn die Füchse ihn brauchen, dann ist er da.

Vorbildlicher Kapitän

„Er hat gegen Göppingen Verantwortung übernommen, das waren vier ganz wichtige Tore und ein klares Signal an die Mannschaft“, lobt Coach Sigurdsson. Dass Romero nur wenig Spielanteile hat, sieht der Trainer als nicht dramatisch. Seine Wurfquote war bislang nun einmal nicht überragend. „Da muss Iker durch, und mit so einer Leistung wie gegen Göppingen hilft er uns extrem.“ Und Hanning ergänzt: „Du gibst Iker den Ball und er brennt. Er ist sehr wichtig für uns und geht mit seiner Situation vorbildlich um.“ Auch deshalb ist Iker Romero Kapitän der Füchse.