Handball

Füchse freuen sich auf neue Saison mit „richtig gutem Team“

Am Donnerstag war Trainingsauftakt beim Handball-Bundesligisten – in neuer Umgebung, mit neuem Sportkoordinator, neuen Spielern – aber altem Ziel: sich für den internationalen Wettbewerb qualifizieren.

Foto: Oliver Krato / pa/dpa

Seinen Spind fand Jesper Nielsen sofort. Auf der roten Tür in der Umkleidekabine gleich hinter dem Eingang rechts ist ein Aufkleber mit dem Füchse-Logo, seinem Namen und seiner Rückennummer angebracht. Rechts daneben ist das Reich von Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, links zieht sich künftig Konstantin Igropulo um, wenn er zum Training im neuen „Füchse Town“ geht.

Mit einem herzlichen Handschlag begrüßten die etablierten Spieler am Donnerstag um kurz vor 17 Uhr zum Trainingsauftakt ihre neuen Kollegen. Und nachdem die Eismaschine in der Kabine reichlich kühle Würfel für etwaige Verletzungen produziert hatte, ging es in der Lilli-Henoch-Halle im Sportforum Hohenschönhausen auch schon los.

250 Zuschauer beim Training

Unter den Augen von 250 Anhängern des Handball-Bundesligisten absolvierte Chefcoach Dagur Sigurdsson mit seinen Profis die erste Einheit der neuen Saison. Hier und da wurde zwischen den Übungen auch mal gescherzt. Mit Neugier verfolgten Fans und natürlich auch die Chefetage der Füchse um Geschäftsführer Bob Hanning und Sportkoordinator Volker Zerbe die Bewegungen und Aktionen des neuen Personals.

Neben Nielsen gehen künftig mit Fredrik Petersen und Mattias Zachrisson insgesamt drei Schweden auf Torejagd. Zudem wechselte Torjäger Pavel Horak von Liga-Konkurrent Frisch Auf Göppingen nach Berlin. Und die Eigengewächse Jonas Thümmler und Fabian Wiede wurden mit Profiverträgen ausgestattet.

Trainer Sigurdsson ist neugierig auf seine neue Mannschaft

„Ich bin neugierig auf die Spieler“, freute sich Sigurdsson auf die kommenden Wochen. Auf einen genauen Tabellenplatz will sich der Isländer nicht festlegen. Nachdem die Füchse in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils in der Champions League geglänzt haben und auch jetzt wieder die Chance auf die Königsklasse haben, soll es mindestens ein Platz im internationalen Geschäft sein.

Wie es sich an der europäischen Handball-Spitze anfühlt, weiß Fredrik Petersen. Er gewann jüngst mit dem HSV Hamburg die Champions League. Ausgerechnet gegen den Nordklub kämpfen die Füchse in zwei Play-off-Spielen am 21. und 23. August um einen Platz in der Königsklasse. Der Gewinner ist für den renommierten Klubwettbewerb qualifiziert, der Verlierer spielt dann im EHF-Pokal.

Vorerst wohnen Petersen und Zachrisson zusammen

Über letzteren müssen sich die Füchse keine Gedanken machen, wenn es nach Petersen geht. „Wir haben bei den Füchsen ein richtig gutes Team und wollen in der Bundesliga oben mitspielen“, sagte der Linksaußen, der in London die olympische Silbermedaille errang. „Wirklich schräg“ findet er es, gegen den HSV um die Königsklasse zu kämpfen, „aber ich bin jetzt in Berlin und sicher, wir werden das Duell gewinnen. Manager Hanning lächelt: „Fredrik weiß, wie man große Siege einfährt.“

Petersen hat zwar schon eine Wohnung in Prenzlauer Berg gefunden, muss aber noch zwei Tage warten, ehe er dort einziehen kann. So lange wohnt er bei Landsmann Zachrisson in Reinickendorf. Auch das Apartment von Pavel Horak ist noch nicht bezugsfertig, zwei Monate muss der Rückraumhüne im Hotel überbrücken. Aber das sei kein Problem, sagt der tschechische Nationalspieler, der es als große Herausforderung ansieht, ohne vorheriges Bundesligaspiel gegen den HSV bestehen zu müssen.

Tscheche Horak soll für sein neues Team viele Tore werfen

„Ohne Wettkampfhärte wird das echt schwer, aber das zeigt uns auch, dass wir in der Vorbereitung sehr gut arbeiten müssen“, sagte er. Sechs Jahre hat Horak für Göppingen gespielt, jetzt also Berlin. „Ich bin sehr froh, dass wir das erste Spiel gegen Frisch Auf in der Schmeling-Halle haben werden, da gibt es nur eine Option: Wir müssen gewinnen.“ Der Tscheche freut sich auf die Zeit bei den Füchsen: „Ich wünsche mir, dass wir an der Spitze angreifen können.“

Dass Horak für die Füchse viele Tore werfen wird, steht außer Zweifel. Auch die beiden Außen Zachrisson und Petersen werden einen guten Job machen. Da ist sich Hanning sicher. „Vor allem im Rückzugverhalten werden wir diese Saison besser sein, denn das hat mir zuletzt nicht gefallen“, sagte der Geschäftsführer. Die jungen Wilden Thümmler und Wiede werden nach und nach ans Bundesliga-Geschehen herangeführt. Sie müssen körperlich noch zulegen, gehören aber jetzt schon national zu den besten ihres Fachs. Und Kreisläufer Nielsen? Hanning: „Er ist die große Unbekannte, ich bin sehr gespannt.“