Handball

Mit einem Sieg winkt den Füchsen Sprung auf Platz 3

Gegen die SG Flensburg-Handewitt will das Berliner Handballteam Revanche für die klare Niederlage in der Bundesliga-Hinrunde nehmen. Die Max-Schmeling-Halle ist ausverkauft.

Foto: Uwe Zucchi / dpa

Niemand bei den Füchsen erinnert sich gern an den 28. Oktober 2012: zehnter Spieltag in der Bundesliga – 18:29 bei der SG Flensburg-Handewitt. Das war eine richtige Packung, die erste und bisher höchste Niederlage in der Liga in dieser Saison.

„Da haben wir noch eine Rechnung offen“, sagt Füchse-Kapitän Torsten Laen vor der Partie gegen die SG in der Handball-Bundesliga an diesem Ostersonntag (Schmeling-Halle, 15.45 Uhr, Sport 1, HIER im Liveticker der Berliner Morgenpost). „Wir wollen uns für die deutliche Niederlage revanchieren.“

Der Zeitpunkt dürfte kein schlechter sein. Denn am vergangenen Mittwoch unterlagen die Flensburger beim TBV Lemgo mit 22:27. Eine Serie ging zu Ende: 22 Spiele lang war die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes in der Bundesliga, der Champions League und im deutschen Pokalwettbewerb ungeschlagen geblieben. „Nach so langer Zeit tut das besonders weh“, sagt der Trainer. „Meine Spieler sind müde und traurig.“ Für ihn steht fest: „Wenn wir uns nicht steigern, haben wir in Berlin keine Chance.“

Niederlage gegen Madrid gut verdaut

Die Gefühlslage bei den Berlinern ist eine ganz andere. Zwar schieden die Füchse am vergangenen Sonntag unglücklich in der Champions League gegen Atletico Madrid aus, aber die Reaktion am Mittwoch war sehr gut. In Melsungen gelang ein 30:24. „Mit Bravour haben wir das gelöst“, freut sich Berlins Geschäftsführer Bob Hanning. Schließlich sei es extrem schwierig gewesen, „sich nach der großen Enttäuschung wieder zu fokussieren“.

Mit einem Sieg könnten die momentan viertplatzierten Berliner (39:13 Punkte) das Flensbuger Team (39:11) verdrängen. Rang drei würde am Ende erneut die Teilnahme an der Champions League garantieren. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg für Laen und Co., aber ein Erfolg gegen die Mannschaft von der deutsch-dänischen Grenze wäre ein wichtiger Schritt. Die Plätze vier und fünf werden wohl die Teilnahme am EHF-Cup ermöglichen.

Noch acht Spiele bis zum Saisonende

Gegen die SG setzen die Berliner auf ihren Heimvorteil. Zum dritten Mal in dieser Bundesliga-Spielzeit wird die Schmeling-Halle mit 9000 Zuschauern ausverkauft sein. „Wir haben eine volle Halle und ein bisschen Frust bei den Zuschauern seit dem Spiel gegen Madrid“, sagt Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. „Hoffentlich muss der Frust raus am Sonntag.“ In Form von bedingungsloser Unterstützung für die Berliner Mannschaft.

Bis zur abschließenden Partie in Hannover am 8. Juni sind es noch acht Spiele, es wäre nicht verwunderlich, wenn es bis zum letzten Moment ein Hauen und Stechen um die vorderen Plätze geben würde. „Ich wäre zufrieden, wenn wir Fünfter werden“, sagt Hanning. Jedoch mit einer Einschränkung: Der Sechste Hannover-Burgdorf (35:17) müsse am Ende hinter den Füchsen liegen. Damit, dass der HSV Hamburg (37:15), der am Sonnabend in Kiel mit 27:30 verlor, vor seinem Team stünde, könnte er hingegen leben.

Berliner haben das schwerste Restprogramm

Hanning hat mit seiner Einschätzung Recht: „Wir haben von allen das schwerste Restprogramm.“ Daheim gegen Flensburg, den Zweiten Rhein-Neckar Löwen (43:9), Magdeburg und Gummersbach sowie in Lemgo, Wetzlar, Hamburg und Hannover. Lediglich ein Klub, gegen den Sigurdssons Team anzutreten hat, Gummersbach, liegt in der Tabelle schlechter als auf Rang zehn. Flensburg und der HSV haben es dagegen viermal mit Gegnern aus der unteren Hälfte zu tun.

Der Optimismus der Berliner, in der kommenden Saison wieder in Europa verteten zu sein, kommt nicht von ungefähr. Hanning erklärt zufrieden: „Scheinbar ist das Team auch nach dem Ausscheiden gegen Madrid noch bereit, richtig Gas zu geben.“ Auch die Spieler, die Berlin nach Saisonende verlassen (müssen), würden „mit maximaler Einstellung“ bei der Sache sein.