Handball

Füchse Berlin bei Atletico Madrid - Respekt ja, Angst nein

Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League fehlt den Berliner Handballern ihr Star Bartlomiej Jaszka. Ein Trio soll versuchen, ihn zu ersetzen.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Als sich das Handballteam der Füchse am Sonnabendfrüh in Richtung Madrid aufmachte, hatte sich schon wieder etwas Optimismus breitgemacht. „Wir fahren mit Respekt dorthin, aber ohne Angst“, sagt Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Sonntag (18 Uhr, Europsort) bei Atletico Madrid. Natürlich hatten sich die Berliner die Sache ganz anders vorgestellt. Doch dann kam der Schock: Am Freitagnachmittag musste Bartlomiej Jaszka am Blinddarm operiert werden. Der Pole wird mindestens drei Wochen ausfallen. „Er ist unser Gehirn“, hat Geschäftsführer Bob Hanning einmal über Jaszka gesagt. Nun müssen andere denken und lenken.

„Wir haben drei Leute, die auf der Mittelposition spielen können“, sagt Sigurdsson. Beim 29:29 in Balingen am vergangenen Mittwoch hatte Jaszka bereits wegen Magenschmerzen kurzfristig passen müssen. In diesem Spiel, so der Trainer, habe das Trio diese Aufgabe „ganz gut gelöst“. Gemeint sind der deutsche Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, der Norweger Börge Lund und der Spanier Iker Romero. „Das wird für uns ein ganz schweres Spiel“, meint Romero. Selbst mit Jaszka wäre es für Berlin eine ganz große Herausforderung gewesen. Und nun… „Wir müssen ohne Angst spielen“, pflichtet er seinem Trainer bei.

Schlechte Erfahrungen in Spanien

Kapitän Torsten Laen gibt schon mal die Parole aus: „Wir müssen es schaffen, mit möglichst geringer Tordifferenz wegzukommen.“ Der Däne blickt dabei bereits auf das Rückspiel am 24. März (Sonntag), das um 18 Uhr in der dann ausverkauften Max-Schmeling-Halle angepfiffen wird. Da könnten die Berliner dann noch etwas wettmachen.

Also heißt es, im Falle des Falles den Rückstand in Grenzen zu halten. „Ich muss ja zugeben, dass wir in Spanien keine guten Erfahrungen gemacht haben“, sagt Sigurdsson und verweist auf zwei hohe Niederlagen in Leon in der vergangenen und in Barcelona in dieser Saison. „So eine Klatsche müssen wir unbedingt vermeiden.“ Im vergangenen Jahr hatten die Füchse im Viertelfinale ja ein „Handball-Wunder“ geschafft. Dem 23:34 bei Ademar Leon hatten die Berliner in eigener Halle ein 29:18 folgen lassen, das den Einzug ins Final Four bedeutete. „So ein Wunder ist gegen Madrid nicht möglich“, ist sich Sigurdsson sicher. Dafür sei das Team einfach zu stark, gegen das man in der Gruppenphase im vergangenen Jahr zweimal verlor (27:32, 33:37).

Atletico appelliert an seine Fans

In der vergangenen Saison hatten es die Spanier, die bis zum Sommer 2011 unter dem Klubnamen BM Cuidad Real firmierten und dann in die Hauptstadt umzogen, bis ins Finale des Final Four in Köln geschafft, unterlagen dort dann allerdings gegen den THW Kiel. Das Ziel in diesem Jahr ist mindestens erneut das Erreichen der besten Vier. Zwar hat das Team von Trainer Talant Duschebajew gegenüber dem Vorjahr einige Weltklassespieler verloren, aber es wurde mindestens gleichwertiger Ersatz verpflichtet. Zum Beispiel der Kroate Ivano Balic, der zuletzt wegen Rückenproblemen pausierte, aber am Sonntag sicher dabei ist.

Die Verantwortlichen in Spanien sprechen mit Respekt von den Füchsen. Es wird darauf verwiesen, dass die Berliner in dieser Saison gegen Barcelona gewonnen haben (31:30) und welchen Coup sie gegen Leon gelandet haben. „Wir müssen in eigener Halle gut vorlegen und benötigen die Unterstützung der Fans“, fordert Atleticos Handball-Chef Joan Canellas. Mit hohem Rabatt auf die Eintrittskarten wird versucht, den Palacio Vistalegre (Fassungsvermögen 15.000 Zuschauer) zumindest zur Hälfte zu füllen. „Die Stimmung in der riesigen Halle ist nicht ganz so toll“, erinnert sich Sigurdsson an die Partie im vergangenen Jahr. „Unser größtes Problem wird eher die handballerische Qualität, die Madrid hat.“