Die internationalen Startplätze für die nächste Saison sind für die Bundesliga-Handballer der Füchse Berlin in greifbarer Nähe. Mit dem 28:23 (12:16) beim Altmeister VfL Gummersbach haben die Berliner den vierten Tabellenplatz in der Liga verteidigt. Ausruhen ist beim Champions-League-Teilnehmer aber verboten. Schon am Mittwoch (Schmeling-Halle, 19 Uhr) erwartet der Tabellen-Vierte den TSV Hannover-Burgdorf. Am Sonntag (23.12.) muss das Team von Trainer Dagur Sigurdsson in Minden antreten, am 26.12. treffen die Berliner daheim noch auf Neuhausen – dann ist erst einmal WM-Pause bis zum 6. Februar 2013. Danach startet die Bundesliga für die Berliner mit einem schweren Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen. In der Champions League müssen die Füchse zum nächsten Mal am 10. Februar ran, der Gegner heißt dann FC Barcelona. Diese Partie findet ausnahmsweise nicht in der Schmeling-Halle statt, sondern in der O2 World.

„Hannover ist jetzt ein deutlich stärkerer Gegner, wir müssen an die Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Gummersbach anknüpfen. Denn diese Leistung haben wir auch gegen Hamburg gezeigt“, sagte Torhüter Petr Stochl, der in der zweiten Halbzeit überragend hielt. Gegen den Meister des Jahres 2011 hatten die Berliner zuletzt eine Gala-Vorstellung beim 37:27 gezeigt – gegen Gummersbach waren sie davon weit entfernt. „Es ist elementar wichtig, in der Abwehr wieder gut zu stehen, dann habe ich keine Angst gegen Hannover. Aber es ist natürlich eine stärkere Mannschaft als Gummersbach.“

Erfolgreiche Tempogegenstöße bei den Füchsen

Die Füchse erwischten gegen Gummersbach eine ganz schwache erste Halbzeit. Zweimal nahm Sigurdsson bis zum Wechsel eine Auszeit, machte seinem Team mit deutlichen Worten klar, dass eine Steigerung unbedingt notwendig war. Aber erst nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Füchse und schafften in der 46. Minute erstmals eine Führung (20:19). Den Gummersbachern, die in den ersten 30 Minuten wie aufgedreht gespielt hatten, gingen die Kräfte aus, während die Berliner immer wieder mit Tempogegenstößen erfolgreich waren. Hier zeichneten sich vor allem Nincevic und Johannes Sellin (sieben Tore) aus.

„Das waren zwei ganz wichtige Punkte, wir wollen jetzt noch drei Siege“, sagte Ivan Nincevic, mit zehn Treffern (davon zwei Siebenmeter) bester Torschütze. „Dafür werden wir alles geben. Zu Hause gegen Burgdorf wird es noch mal schwer, danach kommen die auf dem Papier einfacheren Spiele. Wir wollen auf jeden Fall bis zur WM-Pause weiter gewinnen.“ Manager Bob Hanning fügte hinzu: „Leidenschaft kommt von Leiden. Die Bereitschaft haben wir gegen Gummersbach nur in der zweiten Halbzeit gesehen. Aber sich in 25 Minuten einen Elf-Tore-Unterschied zu erarbeiten, spricht auch für die Klasse unserer Mannschaft.“

seb/dpa