Von Fahrlässigkeit war die Rede, fehlendem Engagement und unnötigen Zeitstrafen. Mit einer solchen Vorstellung war es kein Wunder, dass die Füchse Berlin im Handball-Pokal unter die Räder kamen. Während der Drittrundenpartie beim TuS N-Lübbecke rannte Trainer Dagur Sigurdsson aufgebracht auf und ab, nach dem Abpfiff, als die 28:32 (12:18)-Pleite und das frühe Aus im DHB-Pokal feststanden, fand der Coach der Berliner offene Worte für das Debakel. „Während Nettelstedt gut eingestellt war, sind wir arrogant aufgetreten. So etwas können wir uns natürlich nicht leisten. Nettelstedt hat absolut verdient gewonnen“, sagte der Isländer. Beim Gegner herrschte hingegen Feierlaune. „Wir haben überragend gespielt, jeder hat mit Einstellung, Kampf und Wille überzeugt. In allen Mannschaftsteilen haben wir überzeugt und es gibt nichts zu meckern”, jubilierte TuS-Coach Gennadij Chalepo.
Aus der Ferne hatte Geschäftsführer Bob Hanning das Spiel verfolgt und kam zum gleichen Schluss wie Sigurdsson. „Das war viel zu wenig, wir haben einfach nicht genug investiert. Und durch Meckern und Ballwegschlagen haben wir die nicht vorhandene Einstellung noch gekrönt.“ Nun dürfe und müsse sich jeder Spieler selbst hinterfragen, damit er wieder in den Spiegel gucken könne. Hanning zeigte aber auch Milde. „Letztlich gehört so ein Rückschlag für junge Menschen auch dazu“, sagte der Manager, „manchmal tut es Not, dass man sich verbrennt, wenn man mit dem Feuer spielt.“
Das sind klare Worte aus der Chefetage des Klubs, der immerhin in der Bundesliga noch ungeschlagen ist und in der Champions League klar auf Achtelfinalkurs liegt. Aber Füchse und Pokal, das geht sich irgendwie nicht aus. Dabei sei es, so hatte Hanning zuvor betont, eine Möglichkeit, „eventuell den ersten Titel der Vereinsgeschichte in die Hauptstadt zu holen.“ Jetzt aber können sich die Füchse auf die Liga und die Königsklasse konzentrieren. Wiedergutmachung in eigener Sache können die Berliner am Sonntag im Spitzenspiel bei Verfolger SG Flensburg-Handewitt betreiben. „Wir sind gegen Lübbecke alle noch einmal wachgerüttelt worden, dass wir 100 Prozent geben müssen, um solche Spiele zu gewinnen“, betonte Kapitän Torsten Laen.
alex


