Handball

Füchse Berlin gewinnen Saisonauftakt 29:25 gegen Minden

Die Handball-Bundesliga ist gestartet. Für die Füchse war es ein Arbeitssieg, der Trainer ist nicht zufrieden.

Foto: DPA

Die Rufe kamen von Herzen und hallten lautstark durch das Rund der Max-Schmeling-Halle. Nachdem Petr Stochl in der 36. Minute erneut einen Wurf des Gegners artistisch mit dem linken Arm pariert hatte, skandierten die Anhänger der Füchse Berlin den Namen ihres Handball-Helden. Als Dank für die Unterstützung reckte der Schlussmann des Hauptstadtklubs am Sonntag beide Arme hoch und genoss den Jubel. Dank ihres glänzend aufgelegten Torhüters gewannen die Füchse vor 8435 Zuschauern ihr erstes Spiel der neuen Bundesliga-Saison gegen Aufsteiger GWD Minden mit 29:25 (15:10).

Trotz des klaren Erfolgs zeigte sich Trainer Dagur Sigurdsson nach dem Abpfiff nicht vollauf zufrieden, „denn das war eigentlich kein gutes Spiel von uns. Wir sind insgesamt noch ziemlich weit weg von unserer normalen Form.“ Man habe noch viel Arbeit vor sich, sagte der Isländer. Geschäftsführer Bob Hanning sah gegen Minden ein Spiel, wie man es am Saisonbeginn brauche. „Es hat uns an der Aggressivität gefehlt“, sagte der Manager, „aber letztlich haben wir das auch im Stile einer Spitzenmannschaft von vorne weg gespielt. Der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet.“

Mit der vollmundigen Ankündigung „Willkommen in der schönsten Stadt der Welt“ empfing Hallensprecher Markus Assemacher die Handball-Anhänger zur Saison-Premiere und brachte die Fans somit gleich in Wallung. Erneuter Applaus brandete auf, als kurz vor dem Anwurf Ivan Nincevic geehrt wurde. Der Kroate erhielt für die bei den Olympischen Spielen in London errungene Bronzemedaille einen kleinen Buddy-Bären sowie eine Flasche Champagner. „Das war ein sensationelles Erlebnis, das immer einen Platz in meinem Herzen haben wird“, sagte der Linksaußen über seinen Erfolg.

Starker Stochl im Tor

Ein strammes Tempo schlugen die Füchse gegen den Aufsteiger zu Beginn an. Nach nur fünf Sekunden wehrte Stochl einen Wurf des Aufsteigers ab. Da klatschte auch Silvio Heinevetter Beifall. Der deutsche Nationaltorhüter hatte bei der Saisonpremiere auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Den 27-Jährigen plagen Schmerzen im rechten Knie, und weil es die kommenden Wochen in sich haben, entschied sich die medizinische Abteilung dazu, Heinevetter zu schonen. Und Stochl präsentierte sich in Topform. Insgesamt gelangen ihm 19 Paraden.

68 Sekunden mussten die Fans warten, ehe sie den ersten Saisontreffer für die Füchse feiern konnten. Nationalspieler Sven-Sören Christophersen war es vorbehalten, das Premierentor zu erzielen. Wenig später legte der Rückraumspieler zum 2:1 nach (4. Minute). Mit einem sehenswerten Heber überwand Nincevic zwei Minuten später Mindens Schlussmann Jens Vortmann. Der 25 Jahre alte Berliner spielte einst vier Jahre lang bei den Füchsen und steht nun seit 2011 in Minden unter Vertag. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Das wird schwer, ist aber nicht unmöglich ist, weil wir eine gute Mannschaft haben“, sagte Vortmann.

In der Tat präsentierte sich der Aufsteiger am Sonntag gegen die Füchse selbstbewusst und ging engagiert zu Werke. Und weil die Berliner im Angriff so manche Chance ungenutzt ließen, kamen die Gäste immer wieder zu Tempogegenstößen, die sie dann auch zu Treffern ummünzten. So entwickelte sich ein munteres Spiel, bei dem die Füchse insgesamt aber stets Herr der Lage waren.

Auf Rechtsaußen zeigte immer wieder Markus Richwien seine herausragenden Flieger-Qualitäten, er netzte bei Gegenstößen souverän ein. Seine große Spezialität: Der Linkshänder springt am Kreis ab, bleibt dann so lange wie nur irgend möglich in der Luft und versucht den Wurf so zu verzögern. Gegen Minden gelangen Richwien auf diese Weise fünf Tore.

Gestärkt durch seinen Triumph bei Olympia brillierte auch Nincevic auf Linksaußen. Keine Spur von Müdigkeit war bei dem flinken Flügelspieler zu erkennen. Seinen großen Auftritt hatte er kurz vor der Pause. Erst versenkte er einen Tempogegenstoß, dann gelang ihm ein unhaltbarer Heber und schließlich verwandelte er auch noch einen Siebenmeter. Seine drei Tore binnen zwei Minuten brachten auch die Vorentscheidung in der Partie. Nincevic war am Ende mit sieben Toren auch bester Füchse-Werfer.

Nach dem Seitenwechsel setzte sich mehr und mehr die spielerische Klasse der Berliner durch. „Ich bin froh und erleichtert, dass wir dieses Auftaktspiel gewonnen haben“, sagte Geschäftsführer Hanning, der stets davor warnt, einen Aufsteiger zu unterschätzen, „denn die sind immer ganz besonders heiß darauf, die Etablierten zu ärgern.“ Minden jedenfalls hatten die Füchse im Griff. Am Dienstag wartet in Neuhausen aber schon der nächste Aufsteiger.