Champions League

Die Berliner Füchse hoffen auf ein Wunder

Die Niederlage gegen Léon macht den Füchsen schwer zu schaffen. Vor dem Rückspiel will die Mannschaft zur Ruhe kommen und Kräfte sammeln.

Foto: picture-alliance / Eibner-Presse / Eibner-Presse/picture alliance

Die Rückreise war eine einzige Qual. Zunächst dauerte die Busfahrt aus Kastilien in Nordspanien nach Madrid knapp vier Stunden. Darauf folgten noch einmal drei Stunden Flug zurück in die deutsche Hauptstadt. Und dann das ganze Gepäck. Aber am schwersten lastete den Füchsen Berlin das auf dem Gemüt, was sie tags zuvor im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Ademar Léon erlebt hatten.

„Unser Stolz ist verletzt“, sagte Berlins Kapitän Torsten Laen nach dem deprimierenden 23:34 (9:15) in Leon. Trainer Dagur Sigurdsson analysierte trocken: „Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Das war ein richtig schwarzer Tag für uns.“

Über das Warum der schwächsten Saisonleistung ausgerechnet in einer so wichtigen Partie zerbrachen sich die Spieler des Handball-Bundesligisten vergeblich den Kopf. „Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass es schien, als lägen alle Vorteile bei uns“, rätselte Laen. Die Füchse hatten mit dem HSV Hamburg einen Gruppenersten der Vorrunde ausgeschaltet, haben Heimvorteil im Rückspiel (Sonntag, 16 Uhr, Schmeling-Halle).

„Léon ist schwächer als Hamburg“, glaubt der Däne. Aber als Team so stark wie die Berliner – wenn sie ins Rollen kommen, kaum aufzuhalten. Genau deshalb darf man sie nicht ins Rollen kommen lassen. Doch genau das taten die Füchse. „Wir haben die Bremse nicht gefunden“, ärgerte sich Laen, „das war das Schlimmste.“ Als einziger Berliner Leistungsträger zeigte Iker Romero (acht Treffer) eine ansprechende Leistung, das war das Zweitschlimmste.

Die Mannschaft solle sich jetzt Zeit nehmen, Kräfte sammeln, wünscht sich Sigurdsson. Niemand dürfe erwarten, dass dieses Ergebnis noch umgedreht und das Final Four erreicht werde könne, „aber wir werden versuchen, es besser zu machen“.

Das Rückspiel ist fast ausverkauft. „Wir müssen aufstehen und beweisen, dass wir ein anderes Kaliber haben“, fordert Laen. Die Lage sei sehr schwierig, doch nach einer guten Trainingswoche könne die Welt schon wieder anders aussehen. Ist es nicht hoffnungslos? „Ach“, sagt der Kapitän, „Léon ist stark zu Hause, hat aber auswärts Probleme. Und es sind schon wahnsinnige Dinge in der Champions League passiert.“