Präsident Steffel

Füchse müssen internationalen Handball bieten

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Frank Steffel übernahm im Jahr 2005 den Vorsitz bei den Füchsen. Vor dem Viertelfinale der Königsklasse hat er konkrete Anforderungen.

Die rasante Entwicklung der Füchse Berlin erfährt am Sonnabend ihren vorläufigen Höhepunkt. In der Handball-Champions-League tritt der Hauptstadtclub zum Viertelfinal-Hinspiel bei Ademar Leon in Spanien an. Es ist der größte Erfolg der Clubgeschichte. Füchse-Präsident Frank Steffel blickt aber bereits über die Saison hinaus. Sein strategischer Plan: „Wir müssen weiter internationalen Handball bieten.“

Seit dem Jahr 2005 steht der Unternehmer und Politiker an der Spitze des Vereins. Seine Bilanz: Aus den Niederungen der 2. Bundesliga schaffte es der Club unter seiner Regie innerhalb von sieben Jahren bis in die Königsklasse des Handballs. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell so weit nach oben kommen“, sagte Steffel in einem Gespräch.

Füchse sollen auf der internationalen Bühne spielen

Bereits vor den Spielen gegen Leon sprach er „von einer überragenden Saison“. Doch auf dem Erreichten ausruhen, das kommt für den Wirtschaftsexperten nicht infrage. Die ganz klare Vorgabe lautet: Auch in den kommenden Jahren sollen die Füchse auf der internationalen Bühne spielen. „Das ist der Anspruch der Berliner Fans. Das Angebot an Sport in Berlin ist einfach riesig, da muss man internationale Spitzenklasse anbieten. Wir müssen uns dauerhaft unter den besten fünf Mannschaften der Bundesliga etablieren.“

Zumindest für die kommende Spielzeit haben die Hauptstädter dieses Ziel bereits erreicht: Die Füchse spielen im schlechtesten Fall im Europapokal – doch auch die Königsklasse ist weiterhin möglich. Momentan stehen die Berliner in der Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz, der zur direkten Teilnahme an der Champions League berechtigt.

Um die Mannschaft weiterhin sportlich konkurrenzfähig zu halten, soll der Etat „leicht entwickelt werden“, sagt Steffel. „Ich habe mich viel mit der Refinanzierbarkeit in der Handball-Bundesliga beschäftigt. Ich denke, dass ein Etat bis zu sieben Millionen Euro realistisch ist“, erklärte er. „Alles andere ist Mäzenatentum – und das wollen wir hier in Berlin nicht. Die Gefahr, dass ein Gönner sich dann überall einmischt, ist einfach zu groß.“

Füchse setzen auf den eigenen Nachwuchs

Momentan beträgt der Füchse-Haushalt rund fünf Millionen Euro. Krösus Kiel hat ca. zwölf Millionen Euro zur Verfügung. „Kiel ist eine Ausnahme. Da gibt selbst jede Apotheke Geld. Das gehört dort zum guten Ton“, sagt der Politiker. Steffel will diese Saison erneut mit einer „schwarzen Null“ abschließen. „Wir werden auch in Zukunft keinen Cent für Schulden zahlen.“

Problematisch für die Füchse sei zudem, dass „zwei Drittel der Heimspiele in der Bundesliga schwierig zu vermarkten sind“, sagte Steffel und verwies auf den Spielplan. „Welche Familie mit Kindern kommt während der Woche schon 20.00 Uhr in die Halle, wenn am nächsten Tag Schule ist?“ Das bedeutet einen Einnahmeverlust.

Nicht zuletzt wegen der begrenzten finanziellen Mittel bauen die Füchse um Trainer Dagur Sigurdsson und Manager Bob Hanning in Zukunft weiter auf den eigenen Nachwuchs. „Spieler wie Evgeni Pevnov oder Markus Richwien haben ihren Zenit noch nicht erreicht“, meinte Steffel, der am Samstag (17.30 Uhr/Eurosport) in Leon das bisher bedeutendste Spiel der Clubhistorie live verfolgen wird.

„Wenn wir mit einer knappen Niederlage in das Rückspiel gehen, wäre ich schon sehr zufrieden“, sagte der Präsident. Für das Erreichen des Finalturniers in Köln hat er mit dem Team bereits eine Prämie ausgehandelt. „Die ist schon ordentlich“, sagte er und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Für den Gewinn der Champions League stehen die Verhandlungen noch aus.“

( dpa/nbo )