Um große Titel hat die Profimannschaft der Füchse Berlin bislang noch nicht gespielt, ihre Erfahrung für Finalpartien ist also nicht allzu reichhaltig. Und doch glänzten die Hauptstadt-Handballer zuletzt gerade in engen Begegnungen mit Nervenstärke und dem entscheidenden Zug zum Erfolg. Heute nun dürfte sich der Erfahrungsschatz der Berliner in puncto Schlüsselspiele erweitern, wenn sie im Bundesliga-Duell bei der SG Flensburg-Handewitt antreten. Es ist die Partie des Zweiten (Füchse) gegen den Dritten (Flensburg) und damit auch eine Art Vorentscheidung im Kampf um die Qualifikation für die Champions League. „Das ist ein Big-Point-Spiel. Wir werden zu einhundert Prozent da sein“, verspricht Füchse-Kapitän Torsten Laen.

Zurzeit befinden sich beide Mannschaften auf direktem Kurs auf die Königsklasse, für die die ersten drei Teams aus der Liga das Ticket lösen. Der Viertplatzierte hat die Chance, in einem gesonderten Turnier seinen Startplatz zu sichern. Die Füchse liegen derzeit einen Punkt vor Flensburg. „Mit einem Sieg können wir uns nach unten etwas Luft verschaffen“, sagt Berlins Nationalspieler Sven-Sören Christophersen. Nach unten, damit ist auch der HSV Hamburg gemeint, der als Vierter in Lauerstellung liegt und eine bislang verkorkste Saison wenigstens mit der direkten Qualifikation für die Champions League noch retten will.

Hanning bei der Schul-WM

Aus dem fernen Kroatien wird Geschäftsführer Bob Hanning das Duell heute an der Förde verfolgen. Der 44-Jährige ist mit der männlichen Jugend des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin (SLZB) bis zum 22. April bei der internationalen Schulweltmeisterschaft in Varazdin, will den Nachwuchs dort an den Spitzensport heranführen. „Aber immer wenn ich nicht mit dabei war, haben wir auswärts gewonnen“, sagt der Manager mit einem Schmunzeln. Auch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in einer Woche bei Ademar Leon/Sanien ist Hanning nicht mit von der Partie. „Ein Sieg in Flensburg wäre ein Meilenstein schlechthin. Wir sind zwar Außenseiter, aber gehören im Klubhandball zur Weltspitze. Von daher haben wir eine Chance.“

Flensburg verfügt wie die Füchse über ein lautstarkes Publikum, das ihr Team nach vorne schreit. Dennoch konnten die Berliner in der vergangenen Saison beim Meister von 2004 siegen. „Dort haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Rückraumspieler Christophersen. In Flensburg fiebern sie dem Top-Duell entgegen, allerdings muss die SG auf Nationalspieler Holger Glandorf (Fersen-Operation) verzichten. „Für einen Handballer ist eine solche Partie ein Traumspiel“, freut sich SG-Linksaußen Anders Eggert. „Diese Partie hat in gewisser Weise einen finalen Charakter.“