Die Füchse haben das Tauziehen um Silvio Heinevetter gewonnen. Der Entschluss des Torhüters pro Berlin ist beachtlich. Zwar liegt der Verein zurzeit klar auf Europapokalkurs, und als Nationalspieler muss es auch Heinevetters Anspruch sein, sich regelmäßig auf internationalem Parkett zu bewegen. Doch noch sind die Füchse nicht für Europa qualifiziert, Heinevetter hätte also einfach zu den Rhein-Neckar Löwen oder dem THW Kiel wechseln können, er würde dann voraussichtlich in der kommenden Saison in der Champions League spielen. Aber Heinevetter entschied sich bewusst dagegen, sich ins gemachte Nest zu legen. Der 26-Jährige bleibt damit seiner Linie treu, nicht blind den Millionen hinterherzulaufen. Identifikation hat für ihn Vorrang. Heinevetter ist ein Mann mit Bodenhaftung, er muss sich in seinem Umfeld wohlfühlen, privat und beruflich. Und das tut er in Berlin.

Den Füchsen ist mit dem Langzeitvertrag für Heinevetter ein veritabler Coup gelungen, immerhin ist er zurzeit der beste deutsche Handballspieler und sorgt in jedem Spiel für große Aufmerksamkeit. Heinevetter kann bei der WM 2011 auch international der Durchbruch gelingen. Mit ihm als Lokomotive können die Berliner ihr noch junges Projekt vorantreiben. „Seht her, hier wächst etwas Großes“, lautet die Botschaft. Nicht nur an die Handball-Liga, sondern auch an die konkurrierenden Berliner Vereine wie Alba und Eisbären. Die Strahlkraft könnte enorm sein und weitere Topstars an die Spree locken. Das täte der Sport-Stadt gut.