Dagur Sigurdsson ist ein Mann mit klaren Prinzipien. Daher lässt sich der Isländer auch partout nicht ein auf irgendwelche Rechenspiele, wenngleich die Versuchung beim Blick auf die Tabelle groß ist. „Es geht für uns immer nur um das nächste Spiel, darauf verwenden wir alle Gedanken und unsere ganze Energie“, sagt der Trainer der Füchse Berlin.
Nach der Länderspielpause, in der Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft den Supercup gewonnen hat und sechs weitere Akteure für ihre Länder im Einsatz waren, treten die Füchse am Mittwochabend bei der HSG Wetzlar an, am Sonnabend reisen die Berliner zum TuS N-Lübbecke.
Beide Gegner rangieren hinter den Füchsen, Auswärtssiege sind also machbar. Und sollten diese gelingen, würden die Hauptstadt-Handballer im Klassement einen enormen Satz nach oben machen und bei den Topteams der Liga anklopfen. „Das interessiert mich jetzt nicht“, sagt Sigurdsson, „wir wollen in Wetzlar unsere Leistung bringen. Wenn wir alle ans Limit gehen, ist der Sieg drin.“ Auf 50:50 beziffert der Coach die Chancen. „Wir dürfen uns keine Schwäche erlauben, denn die HSG ist enorm heimstark und wird vor eigener Kulisse hochmotiviert agieren.“
Das sind die Füchse freilich auch. Nach zuletzt zwei klaren Erfolgen gegen Hannover und Düsseldorf haben sie in die Erfolgsspur zurückgefunden und wollen nun nachlegen, auch weil dann die schweren Heimpartien gegen den THW Kiel und HSV Hamburg folgen. „Wir fahren nach Wetzlar, um zu gewinnen“, frohlockt Konrad Wilczynski. Der Linksaußen hat in dieser Saison bei den Füchsen noch nicht seine Topform erreicht, am vergangenen Wochenende tankte er neues Selbstvertrauen, er gewann mit Österreich nicht nur den Interwetten Cup in Linz, er war in allen Partien stets auch bester Werfer seines Teams. „Es hat mir viel Spaß gemacht“, freute sich Wilczynski.
Dagur Sigurdsson, neben seiner Tätigkeit bei den Füchsen auch Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, sah's gern. Und der Coach beobachtete ebenfalls, „dass auch andere Spieler von ihren Einsätzen mit frischen Ideen und neuen positiven Erfahrungen zurückgekehrt sind“.


