Der Rückraumriese kann sich gar nicht satt sehen an dem kleinen Noah. Voller Zärtlichkeit betrachtet Mark Bult seinen Sohn, dann sagt der Handballprofi: "Die Geburt ist super gelaufen, ich bin sehr dankbar, dass Mutter und Kind gesund und wohlauf sind." Wenn der Niederländer am Dienstag mit den Füchsen nach Kiel fährt, wo sein Team im DHB-Pokalwettbewerb auf den Titelverteidiger THW trifft, weiß er seine beiden Liebsten in besten Händen. Erst am Mittwoch verlässt die junge Mutter mit dem Filius das Krankenhaus - und Bult kann befreit aufspielen.

Bereits in der 2. Runde des K.o.-Wettbewerbs auf den schier übermächtigen Nordklub zu treffen, ist freilich eine undankbare Aufgabe, "denn der Pokal ist der einfachste Weg zu einem Europapokalplatz", sagt Bult, der bei den Füchsen im rechten Rückraum agiert. Zweimal schon schaffte es der Zwei-Meter-Mann bis ins Final Four, damals noch im Trikot von Nordhorn. Bult: "Es ist schade, dass wir so früh auf Kiel treffen."

Mit Daniel Narcisse hat Rekordmeister Kiel den teuersten Handballspieler der Welt in seinen Reihen, der Franzose war jüngst für 1,2 Millionen Euro aus Chambéry an die Förde gewechselt. Um ihn reihen sich weitere hoch bezahlte Profis. Doch die großen Namen machen den Füchsen keine Angst. Im Gegenteil. "Wir freuen uns auf das Duell", sagt Bult, "es ist immer etwas Besonderes, in Kiel zu spielen." Zudem hätte sein Team gezeigt, dass es mit den Top-Mannschaften mithalten könne. In der Vorbereitung hatten die Berliner gegen den Champions-League-Gewinner Ciudad Real 50 Minuten lang fast auf Augenhöhe agiert, auch in der Liga zuletzt gegen Flensburg war der Punktgewinn möglich. "Wir sind oben dran und müssen jetzt konsequent weiterarbeiten", sagt Bult, "dann werden wir auch ganz sicher belohnt." Seine Parole für das Pokalspiel: "Wir wollen den Meister ärgern."

Einen großen Kampf seiner Mannen erwartet auch Geschäftsführer Bob Hanning. Mit Freude solle jeder dieses Spiel angehen, sagt der Manager, denn man könne ja nur überraschen. "Welche Mannschaft hat schon die Möglichkeit, zwei Mal pro Saison in Kiel zu spielen", sagt Hanning, "die Arena dort hat eine ganz besondere Ausstrahlungskraft." Im Pokal ist alles möglich, das weiß auch der Manager. "Glaube kann Berge versetzen", sagt Hanning und lächelt.

Mit Mark Bult, der zuletzt in Flensburg wegen der Geburt seines Sohnes fehlte, haben die Füchse heute Abend in Kiel wieder mehr Möglichkeiten im Rückraum. Und der Holländer ist heiß: "Ich will viele Tore werfen." Für die Füchse - und den kleinen Noah.