20 Grand Prix

Neuer Rennkalender sorgt für Zoff in der Formel 1

Der Formel-1-Kalender 2012 stößt auf immer größere Ablehnung. Unverständnis herrscht vor allem aufgrund der Rekordzahl von 20 Rennen im kommenden Jahr.

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Aufregung um den neuen Formel-1-Kalender, Aufruhr in der Teamvereinigung Fota: Die Formel 1 kommt auch in der Winterpause nicht zur Ruhe. Während der neue Kalender für reichlich Unverständnis sorgt, gibt es in der Fota weiter Auflösungserscheinungen.

"Es muss immer noch eine Ehre sein, in den Kalender aufgenommen zu werden. Deshalb sollte man nicht jeden nehmen, der sich bewirbt", sagte TV-Experte Marc Surer. Neben dem früheren Formel-1-Piloten hatte auch Sebastian Vettels Teamkollege Mark Webber die Rekordzahl von 20 Rennen im Jahr 2012 kritisiert.

Gleichzeitig rückt das Ende der Formel-1-Teamvereinigung Fota immer näher. Nach Ferrari und Red Bull hat auch Sauber seinen Austritt aus der Fota erklärt. "Das Sauber F1 Team hat in der vergangenen Woche seinen Ausstieg aus der Formel-1-Teamvereinigung Fota erklärt. Die Gründe dafür haben wir der Fota erklärt", bestätigten die Schweizer den Rückzug auf Nachfrage. Zu den genauen Gründen sagte das Team aber nichts.

Nach den Topteams Red Bull und Ferrari sowie Sauber soll auch das Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso als viertes Team vor dem Absprung stehen. Das berichtet das britische Fachmagzin "Autosport". Angeblich seien Verantwortliche des Teams einem Fota-Meeting am Dienstag fern geblieben.

Dort hatten die verbliebenen Fota-Teams McLaren, Renault, Mercedes, Williams, Force India, Lotus und Virgin über die Zukunft der Teamvereinigung gesprochen. Grund für den Austritt ist das sogenannte Ressourcen-Restriktionsabkommen (RRA). Mit Hilfe dieser "Kostenbremse" soll ein weiteres Ansteigen der Budgets verhindert werden.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte den Ausstieg Red Bulls zuletzt damit begründet, dass man nicht sicher sei, ob der eingeschlagene Weg der Richtige sei. Die Fota wurde erst 2008 nach einer Einigung aller Teamchefs gegründet. Seitdem arbeitet die Teamvereinigung in allen sportlichen und wirtschaftlichen Fragen mit dem Automobil-Weltverband FIA zusammen.

Die Fia hat mit der Bekanntgabe des neuen Kalenders bereits am Mittwoch für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Marc Surers Bedenken richten sich dabei vor allem gegen die umstrittenen Rennen in Bahrain und Austin/Texas. Bahrain war schon in diesem Jahr wegen politischer Unruhen aus dem WM-Kalender genommen worden.

Viele erwarten nun ein ähnliches Desaster angesichts der noch immer instabilen politischen Situation in dem Wüstenstaat. Und der Neueinsteiger Austin hatte offenbar erst im letzten Moment die geforderte Millionen-Gebühr an Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone überwiesen.

Auch das Rennen in Yeongam, mitten im koreanischen Nirgendwo, steht dem Vernehmen nach auf der Kippe. Es sei schon fast peinlich, 20 Rennen aufzunehmen, sagt Surer und plädiert für maximal 17 Saisonrennen. Bei 20 Grand Prix bestehe die Gefahr, dass das Interesse der Zuschauer nachlasse. Vor allem, wenn ein Fahrer die WM derart dominiert wie Sebastian Vettel in dieser Saison. Der Red-Bull-Pilot hatte seinen Titel schon vier Rennen vor dem Finale erfolgreich verteidigt.