Pure Erholung werden die nächsten Tage für so manchen Spieler der Eisbären Berlin wohl nicht. Weite Reisen stehen an, heim zu den Eltern oder zu einem Weihnachtsfest in großer Familienrunde. Sebastian Dahm, der Torhüter der Berliner, fährt mit Frau und Tochter etwa am Montag nach Dänemark, feiert dort und muss am 25. Dezember schon wieder am späten Nachmittag zum Training in Hohenschönhausen erscheinen. Der Aufwand macht ihm aber wenig aus. „Die Familie wohnt nicht weit von der Grenze entfernt“, sagte der Goalie.
Dahm hatte gute Laune am Sonntagabend. Mit 2:0 hatten die Eisbären die Nürnberg Ice Tigers geschlagen, zum dritten Mal blieb der Deutsch-Däne ohne Gegentor in dieser Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und teilt sich damit einen Liga-Bestwert. Zuvor hatte er gegen Mannheim beim 5:1 auch nur einen Gegentreffer kassiert. Das Team hat sich also kurz vor dem Fest wieder gefangen nach einigen durchwachsenen Leistungen in den Wochen davor. „Das war sehr gut und schön für uns alle, so können Weihnachten in Frieden feiern“, sagte Dahm und lachte herzlich.
Stürmer Aubry fällt mindestens sechs Wochen aus
Besonders er hatte zuletzt in der Kritik gestanden wegen vieler Gegentore, die Mannschaft hatte defensiv erhebliche Probleme angehäuft, wie beim 1:5 gegen Krefeld vergangenen Dienstag offenbar wurde. „In einer Saison geht es immer Auf und Ab. Wir haben als ganze Mannschaft nicht so diszipliniert gespielt, aber wir haben mehr Erfolg, wenn wir diszipliniert spielen. Es ist gut, wieder auf dem rechten Weg zu sein“, so Dahm. Sein Trainer wirkte fast gerührt ob der Wandlung des Teams binnen weniger Tage. „Was für eine tolle Truppe“, sagte Serge Aubin und hob den Charakter hervor.
Gegen Nürnberg fehlten einige Spieler. Zwar kehrt Kapitän André Rankel zurück, doch Pierre Cédric Labrie musste während des Spiels zusätzlich in der Kabine bleiben und sich übergeben. Dann verletzte sich Louis-Marc Aubry am Knie und musste die Arena auf Krücken verlassen. Er wird mindestens sechs Wochen fehlen wegen einer Innenband-Teilruptur. Doch die Mannschaft ließ sich nicht beeindrucken, hielt sich nach dem Krefeld-Debakel an die Vorgaben des Trainers, der die Sturmreihen umgestellt und die defensive Arbeit in Vordergrund gestellt hatte. „Wir hatten nicht die Kraft und die Anzahl an Spielern, um so viel anzugreifen wie sonst. Daher haben wir versucht, kompakter zu stehen“, sagte Aubin. Das Team habe alles gut umgesetzt und seinen Veränderungen damit Wirkung verliehen.
Anpassungen des Trainers zeigen Wirkung
Die Erfolge gegen Mannheim und Nürnberg, mit denen der vierte Platz in der Tabelle gesichert wurde, sind also auch ein Sieg des Trainers, der einige Anpassungen vorgenommen hatte, nachdem das Team etwas von seinem Weg abgekommen war. „Es ist mein Job, Änderungen vorzunehmen, wenn es nötig ist. Wir haben viel klüger gespielt“, so Aubin, der nun hofft, dass die Profis sich an Weihnachten gut erholen.
Am zweiten Feiertag geht das stressige Programm schließlich schon wieder weiter. Erst müssen die Eisbären nach Straubing zum Zweiten (16.30 Uhr). Bereits am Tag danach kommen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven nach Berlin (19.30 Uhr/beide Magentasport).


