Pucki hatte das richtige Gefühl, sein Schuss wäre genau in die Mitte der Eisfläche gegangen, genau ins Ziel. Doch dann kam Bully und räumte die Scheibe aus dem Weg, noch bevor sie ihren Bestimmungsort erreicht hatte. Ein raffinierter Zug des Maskottchens der Eisbären Berlin, aber leider nicht den Regeln entsprechend, so dass der Sieg in diesem kleinen Spiel dennoch an das Maskottchen aus Nürnberg ging. Verschmerzbar aus Berliner Sicht, wie sich später erwies, denn das Duell in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwischen dem EHC und den Ice Tigers gewannen die Eisbären 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) und behaupteten damit ihren vierten Platz in der Tabelle.

Wenn der Gegner gleich mit einem Sonderzug voller Fans anreist und zwei Blöcke in der mit 13.729 Zuschauern besuchten Mercedes-Benz Arena belegt, dann darf der Gast auch bei der Pausenunterhaltung nicht unterrepräsentiert sein. Deshalb also das Stellvertreter-Duell der Maskottchen im Zielschießen. Dabei konnten die Fans der Franken davon ausgehen, mehr als nur diesen kleinen Erfolg mitzunehmen. Denn auswärts präsentierten sich die Ice Tigers zuletzt besser als daheim, wo sie jüngst zwei Partien in Folge verloren, nachdem sie in der Fremde zuvor zweimal hintereinander gewonnen hatten.

Noebels und Ortega treffen für die Eisbären

Die Mannschaft trat entsprechend couragiert auf bei den Berlinern. Die hatten ihrerseits viel Kraft aus dem furiosen 5:1 gegen Titelverteidiger Mannheim vom Freitag gezogen, wodurch sich sehr schnell ein überaus munteres Spiel entwickelte. Mit großem Eifer und hohem Tempo gingen die Eisbären und die Eis-Tiger an die Arbeit, lieferten dem Publikum ein intensives und schwungvolles Hin und Her. Dabei hatten die Berliner ein kleines Plus an Chancen. Durch den Überzahl-Treffer von Marcel Noebels schließlich auch an Toren (14.).

Im zweiten Drittel änderte die Partie ihren Charakter nicht. Es blieb schnell auf dem Eis, Nürnberg war immer wieder gefährlich, so dass EHC-Torhüter Sebastian Dahm einige starke Paraden zeigen musste. Auf der anderen Seite stellte sich Jonas Langmann den Eisbären-Angriffen immer wieder in den Weg. Erst als beide Teams mit einem Mann weniger agierten, gelang Austin Ortega nach einem Konter das 2:0 für den EHC (37.).

EHC-Torhüter Dahm zum dritten Mal ohne Gegentor

Mit diesem Treffer deutete sich an, dass Eisbären-Trainer Serge Aubin diese Woche mit drei Heimspielen trotz miserablem Start als eine gute Woche würde verbuchen können. Die Berliner, bei denen Kapitän André Rankel nach einer Verletzung wieder mitwirken konnte, brachten das letzte Drittel konzentriert zu Ende. Auch ohne Louis-Marc Aubry, der sich im zweiten Abschnitt offenbar am Knie verletzt hatte. Torwart Dahm durfte sogar seinen dritten Shutout der Saison feiern und sich über die stabile Abwehr freuen.

Nach dem 1:5 am Dienstag gegen Krefeld und einer enttäuschenden Leistung brachte Aubin sein Team wieder auf Kurs, bestand dabei eine schwierige Prüfung und darf sich nach zwei Siegen darüber freuen, den Abstand auf den Dritten aus Mannheim um vier auf nun zehn Zähler verkürzt zu haben. „Was für ein starkes Wochenende für uns. Jeder hat durchgezogen, obwohl wir einige Ausfälle hatten“, sagte Aubin.