Eishockey

Erste Pflicht der Eisbären: Nur keine Panik

Der erste Schuss ging nach hinten los. Doch bei den Eisbären herrscht nach dem 0:3 gegen Köln im Viertelfinale noch Ruhe.

Irgendwie ratlos: Eisbären-Trainer Uwe Krupp während einer Auszeit

Irgendwie ratlos: Eisbären-Trainer Uwe Krupp während einer Auszeit

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Wenn ein Trainer nach einem Sieg seiner Mannschaft in fremder Halle sagt, er sei zufrieden, ist das normal. Äußert sich der Coach des unterlegenen Teams ähnlich, ist das eher überraschend. „Ich bin mit der Qualität unseres Spiels zufrieden“, sagte Uwe Krupp nach der 0:3-Auftaktniederlage des EHC Eisbären in der Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie, „jeder hat gekämpft und gearbeitet.“ Sein Team habe umgesetzt, was man sich vorgenommen habe.

Zwei Stochertreffer und ein Schuss ins leere Tor

Eine Einschätzung, die halbwegs nachzuvollziehen ist: Seine Mannschaft ist keinesfalls dominiert worden. Zwei Stochertreffer und ein Schuss ins leere Tor machten am Ende den Unterschied. Sein Team sei „gut genug gewesen, sich Chancen herauszuspielen“, analysierte Krupp weiter, habe diese aber nicht genutzt. Seine Vorgabe vor dem zweiten Spiel der „Best of seven“-Serie am Freitag in Köln (19.30 Uhr) ist klar: „Wir müssen die Scheibe hinter den Torwart bekommen!“

Was auswärts noch schwieriger werden dürfte als mit den eigenen Fans im Rücken. Schon in Spiel eins waren klare Chancen auf beiden Seiten jeweils an einer Hand abzuzählen. „Wir wussten, wie die Kölner spielen, jetzt wissen wir es noch besser“, sagte Florian Busch, von dem noch mit die meiste Torgefahr ausging. „Sie warten auf unsere Fehler, und die haben wir ihnen gegeben.“ Jetzt sei allen klar, „dass das so nicht funktioniert“.

Krupp warnt vor den Kölner Kontern

Was die Eisbären bei den Haien auf jeden Fall vermeiden sollten, ist, in Rückstand zu geraten. „Köln steht tief und wartet auf Konter“, erklärte Krupp und habe in Berlin „nach der Führung sehr gut verteidigt“. Sein Kollege Cory Clouston fand lediglich, dass sein Team getan habe, „was nötig war, um zu gewinnen“, aber zu oft die Scheibe verlor: „Wir müssen im zweiten Spiel besser und konstanter werden.“

Die Eisbären schossen am Dienstag 30 Mal auf das gegnerische Tor, acht Mal mehr als die Haie, dennoch hieß es am Ende 0:3. Was auch daran lag, dass sich die Berliner selbst im Überzahlspiel kaum zwingende Chancen erspielten. Wie die Haie findet man die Eisbären nach der Hauptrunde in der Überzahl/Unterzahl-Statistik eher im unteren Mittelfeld. Die Berliner nutzten bei gegnerischen Strafen 18,1 Prozent ihrer Chancen zu einem Tor. Das ergibt rechnerisch, dass sie in etwa bei jeder fünften Gelegenheit treffen.

Im Überzahlspiel zu unentschlossen

Am Dienstag ließen Krupps Männer vier Powerplays ungenutzt – wenn man so will, ein kleiner Mutmacher vor dem Wiedersehen am Freitag. Denn egal wie, sie müssen die Scheibe hinter den Torwart bekommen.