Eishockey

Bergwandern zum Wohle des deutschen Eishockeys

Drei Eisbären-Profis erleben Marco Sturms neue Ansätze. Der Bundestrainer verzichtet auf Februar-Länderspiele und setzt lieber auf Spaß

Hoch hinaus. Das deutsche Nationalteam auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen

Hoch hinaus. Das deutsche Nationalteam auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen

Foto: PeterKornatz / BM

Garmisch/Berlin.  Wer als Nationalspieler mit dem üblichen Programm in der Februar-Pause der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vertraut ist, der durfte diesmal einen ordentlichen Kontrast erleben. Drei Länderspiele in vier Tagen, so kennen es die Auswahlspieler des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Stress pur – und das kurz vor dem Play-off. Was Bundestrainer Marco Sturm in den drei Tagen in Garmisch-Partenkirchen veranstaltete, war dagegen Entspannung. Zumindest teilweise.

Seit Sommer ist Sturm im Amt, und der frühere NHL-Stürmer hat gleich ein paar grundlegende Neuerungen eingeführt mit dem Verzicht auf die Februar-Länderspiele. „Aus verschiedenen Gründen. Zum einen wollten wir während der Einheiten noch intensiver an unserem System feilen.

Teambuilding im Vordergrund

Darüber hinaus haben wir einige Teambuilding-Maßnahmen durchgeführt, und das geht einfach besser, wenn man keine Spiele hat und sich darauf vorbereiten muss. Die Spieler sollten neben dem Eistraining auch Spaß haben“, so Sturm. Ihm ist es wichtig, dass die Profis „menschlich und charakterlich eng zusammenwachsen“, um als Kollektiv mehr zu erreichen.

Neben vier Einheiten auf dem Eis erlebten die Nationalspieler, drei davon kamen in Marcel Noebels, André Rankel und Constantin Braun vom Tabellenführer EHC Eisbären aus Berlin, allerhand Neues. DEB-Präsident Franz Reindl organisierte eine Fackel-Wanderung auf eine Berghütte.

Präsident hält Vortrag

Reindl hielt sogar einen Vortrag, in dem er den Strukturwandel beim Verband mit der Zielsetzung, in zehn Jahren um Medaillen zu spielen, erläuterte und an die Spieler appellierte, alles für dieses Ziel zu geben. Außerdem erklomm das Team die Olympia-Sprungschanze. „Es war überragend, es waren, sehr, sehr wichtige Tage“, sagte Sturm.

Bei seinem ersten Turnier im November gewann Sturm den Deutschland Cup in Augsburg, im April startet er mit dem Team in die Vorbereitung auf das WM-Turnier in Russland (6. bis 22. Mai). „Der Eindruck und die Stimmung waren äußerst positiv. Marco bringt die Spieler wieder emotional an die Nationalmannschaft“, sagt Reindl. Das hatte in den vergangenen Jahren gefehlt.