Eishockey

Spitzenspiel unter umgekehrten Verhältnissen

Die Verhältnisse haben sich gedreht: Die Eisbären treten im DEL-Spitzenspiel beim Meister Adler Mannheim als Favorit an.

Constantin Braun (l.) und Torwart Petri Vehanen von den Eisbären nehmen einen Mannheimer in die Zange

Constantin Braun (l.) und Torwart Petri Vehanen von den Eisbären nehmen einen Mannheimer in die Zange

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Was könnte wichtig sein bei so einer Partie am späten Sonntagnachmittag? „Wir wollen sehen, dass wir endlich mal bei einem TV-Spiel gut spielen“, sagt Constantin Braun. Fünf Mal war der EHC Eisbären in dieser Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bislang auf ServusTV zu sehen. Dabei kassierten die Berliner vier Niederlagen. Keine schöne Bilanz. Ausgerechnet bei den Adler Mannheim, beim Titelverteidiger, soll die Statistik nun aufgehübscht werden (17.45 Uhr).

Beim Vizemeister haben die Berliner 4:1 gewonnen

Warum nicht? Beim Vizemeister Ingolstadt gewann der EHC am Freitag mit 4:1. „Wir waren sehr eng am Gegner und haben ihm kaum Zeit gelassen“, sagt Braun, der nach 33 Spielen ohne Tor wieder getroffen hatte. Die Partie in Mannheim erwartet der Verteidiger ähnlich, eng und umkämpft.

Als die Mannschaft von Uwe Krupp zuletzt gegen die Adler antrat, sah vieles noch anders aus. Die Mannheimer eilten von Sieg zu Sieg, die Meisterschaft schien bereits wieder vergeben zu sein. Mit zehn Punkten Vorsprung reisten die Adler am 4. Dezember als Tabellenführer zum Fünften. Jetzt, 15 Spieltage später, liegen die Berliner an der Spitze, mit 16 Zählern vor den Adlern auf Rang sieben, der nicht einmal direkt in das Viertelfinale führt.

Mit verschiedenen Problemlagen nicht fertig geworden

Nach dem 2:6 beim EHC Anfang Dezember folgte für die Adler eine Serie von insgesamt acht Niederlagen. „Am gefährlichsten im Eishockey ist es, aus der Vergangenheit Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen“, sagt Krupp. Heißt, eine Sonderstellung haben die Adler für ihn nicht. Zu oft wurde auch der Titelverteidiger mit verschiedenen Problemlagen nicht fertig.

Zu großer Respekt ist da einfach nicht angebracht. Obwohl sich die Kurpfälzer zuletzt gefangen haben mit drei Siegen aus vier Spielen im neuen Jahr. Und irgendwie fühle es sich bei den Adlern nach einen offenen Rechnung an, was ihnen zuletzt in Berlin passiert ist, wie Adler-Verteidiger Christopher Fischer einräumt.

Viertelfinal-Teilnahme der Eisbären ist fast schon sicher

Um sicher in das Viertelfinale zu kommen, werden die Mannheimer in der engen Liga noch eine Weile kämpfen müssen. Bei den Eisbären sieht es diesbezüglich viel klarer aus. Nach zwei Jahren ohne Viertelfinale scheint die Teilnahme diesmal fast schon sicher. Zu konstant präsentieren sich die Berliner, als dass es für sie noch einmal eng werden könnte.

In Mannheim gehen die Eisbären allerdings von einer sehr schweren Aufgaben aus. „Wichtig ist, dass wir viel Energie haben. Wir müssen viel investieren und viel Laufbereitschaft zeigen“, sagt Trainer Uwe Krupp. Wenn das gelingt, könnte tatsächlich mal ein gutes Fernsehspiel dabei herauskommen.