DEL

Eisbären gehen mutig in die nächste Saisonphase

Die Berliner starten gegen Düsseldorf ins zweite Drittel der DEL-Hauptrunde. Im Über- und Unterzahlspiel wollen sie besser werden.

Eisbären-Stürmer Florian Busch fliegt auch, wenn es sein muss

Eisbären-Stürmer Florian Busch fliegt auch, wenn es sein muss

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Uwe Krupp sitzt da und rührt in seinem Kaffee. Da war gerade so eine Frage, auf die man antworten kann, was man will. Da sucht sich am Ende sowieso jeder das heraus, was ihm passt. War die Pause nun zu kurz, oder war es gut zu spielen? Verliert der EHC Eisbären das nächste Spiel, sinniert Krupp, der Trainer, werden viele sagen, sie sei zu kurz gewesen. Bei einem Sieg gegen Düsseldorf wird der gute Rhythmus bemüht werden, den die Champions Hockey League (CHL) den Berlinern gebracht hat. Krupp ist das egal. Für ihn steht jetzt schon fest: „Wir hatten eine gute Pause. Und auch die beiden Spiele waren eher positiv für uns.“

Während der Rest der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gerade eine elftägige Länderspielpause hinter sich hat, traten die Berliner zweimal in der CHL an und schieden dort im Achtelfinale gegen Skelleftea AIK aus. Immerhin vier Tage ruhten sich auch die Eisbären komplett aus. Dass beide CHL-Spiele verloren wurden, sei kein Problem. „Keiner ist aus Schweden mit einem negativen Gefühl zurückgekommen“, sagt Krupp. Eher sehen sich die Berliner dadurch bestätigt in ihren Leistungen aus dem ersten Drittel der Hauptrunde und nehmen es als gute Basis für die zweite Phase, die am Freitag beginnt (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena).

Das Tempo vorgeben

Ein Ziel für dieses zweite Hauptrunden-Drittel lautet bei den Berlinern, etwas Entscheidendes aus dem Achtelfinale gegen die starken Schweden mitzunehmen. „Wir wollen uns nicht dem Tempo des Gegners anpassen“, so der Trainer. Die Spiele gegen Skelleftea waren enorm schnell, viel anspruchsvoller als normale DEL-Kost. Mit so einer Spielanlage lässt sich viel bewegen in der heimischen Liga. „Wenn dazu unser Forechecking passt, ist jede Mannschaft schlagbar für uns“, erzählt Stürmer Florian Busch. Das Selbstbewusstsein stimmt schon mal beim EHC.

Mit ihrem guten ersten Hauptrundendrittel haben die Eisbären sich das erarbeitet. Auf Platz zwei der Tabelle liegen sie. Etwas überraschend vielleicht für manche, nachdem die Berliner zwei Jahre lang nur im unteren Mittelfeld zu finden waren. „Für uns war es nicht überraschend. Wir haben gut gespielt“, kontert Busch. Daher dürften viele Gegner jetzt auch wieder etwas genauer auf die Berliner schauen. Die nächste Phase wird also schwieriger.

Normal für den Trainer. „Einfacher wird es nie, sondern intensiver und spannender“, erzählt Krupp. Aber etwas ist doch ein bisschen anders als sonst. „Diesmal dominiert keine Mannschaft allein, deshalb ist es wichtig, stabil zu sein und jetzt Kontinuität zu zeigen bis zu nächsten Pause im Februar“, sagt Busch. Sein Team müsse sich aufs Neue etablieren in dieser ausgeglichenen Liga, so Krupp. Gerade sechs Punkte liegen zwischen Platz eins und Rang sieben, der nicht mehr zur direkten Play-off-Teilnahme genügt.

Die Weichen stellen

In der bevorstehenden Saisonphase werden an und für sich die Weichen gestellt, wer sich jetzt oben festsetzt und bis in den Januar dort hält, hat beste Aussichten, direkt in das Viertelfinale einzuziehen. Um auf Kurs zu bleiben, bedarf es nach Ansicht des Trainers gar nicht viele Anpassungen. „Unser Abwehrverhalten ist gut, wir investieren viel, unser Auftreten bei Fünf gegen Fünf gefällt mir“, sagt Krupp: „Aber die Special Teams sind Bereiche, in denen wir uns verbessern wollen.“ Überzahl und Unterzahl funktionierten bislang nicht immer zuverlässig. Im ersten Spiel gegen Düsseldorf (0:2) machte genau das den Unterschied aus.

Die Rheinländer kommen jetzt als Elfter der Tabelle nach Berlin. Krupp, dem Kapitän André Rankel (Nacken), Mark Bell (Fuß), Frank Hördler (Knie) sowie Mark Olver (gesperrt) fehlen, schätzt den Halbfinalisten der Vorsaison dennoch hoch ein, als „Mannschaft mit wenigen Schwachstellen“, sagt er und nimmt einen Schluck Kaffee.