Echte Hoffnung verbreitet das Resultat des vergangenen Dienstags nicht. Mit einer Hypothek von drei Toren Rückstand reiste der EHC Eisbären am Montagmittag in den hohen Norden. Auch logistisch stellt die Champions Hockey League (CHL) die Berliner vor Herausforderungen. Weil Skelleftea ein kleiner Ort kurz vor dem Polarkreis ist, müssen sich die Eisbären früh auf den Weg machen und kehren erst Mittwochnachmittag zurück. Trotz der ungünstigen Bedingungen stellt Verteidiger Constantin Braun klar: „Wir fahren nicht nach Schweden, nur um einen Drei-Tages-Ausflug zu machen.“

Ambitioniert, aber realistisch

Sie geben sich ambitioniert beim Tabellenzweiten der Deutschen Eishockey Liga (DEL), aber auch realistisch. „Das ist schon eine Menge aufzuholen“, sagt Brauns Bruder Laurin, der vorige Woche beim 2:5 einer der besten Berliner gewesen war. Zwar sorgte das Resultat nicht für gute Laune, niedergeschlagen zeigten sich die EHC-Profis jedoch auch nicht. Sie fühlten sich ebenbürtig, denn das Chancenverhältnis war ausgeglichen. Daher die Hoffnung, mit der sie nun im Achtelfinal-Rückspiel gegen den schwedischen Vize-Meister antreten (19 Uhr, Laola1.tv).

Vergebens wird die Reise auf keinen Fall sein, das stellte sich bereits während der ersten Partie heraus. Die Stärke von Skelleftea AIK, in den vergangenen fünf Jahren jeweils Finalist in der heimischen Liga und zweimal davon auch Meister, mag zwar die CHL-Saison für den EHC beenden, für die DEL kann sie noch wertvoll werden. „Solche Spiele machen uns besser, sie helfen uns für die Entwicklung der Mannschaft“, sagt Trainer Uwe Krupp.

Schnelles Spieltempo adaptieren

Dass die Schweden sich zu einem der besten Klubs in Europa gemausert haben, ist unter anderem in der Spielweise begründet. Die läuferische Geschwindigkeit spielt dabei eine Rolle, ist aber nur eine Facette. „Das Spieltempo als Mannschaft ist beeindruckend. Das hat mit dem Laufen nichts zu tun“, sagt Manager Peter John Lee. Dieses Spieltempo gibt es in der DEL nur selten.

Bei den Schweden ist es über die gesamte Spielzeit enorm hoch. Kaum ein Profi verzögert den Handlungsablauf, der Puck wird immer in Bewegung gehalten, schnell von einem zum anderen gepasst. Für den Gegner macht es das schwierig, an den Puck zu kommen. Um derart agieren zu können, erfordert es von den Profis eine enorme Gedankenschnelle. Mit der Annahme der Scheibe muss schon der Plan für den nächsten Zug bereitliegen. Alles muss fast automatisch passieren. Übertragen auf die DEL wäre das ein ziemlich sicherer Weg zu dauerhaft guten Resultaten. Vorausgesetzt, man hat die Spieler dazu.

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