DEL

Auswärtssieg für die Eisbären im Olympiaduell gegen Hamburg

Die Eisbären schlagen die Freezers mit 4:1 und beenden ihre Negativserie von vier Partien ohne Sieg auf fremdem Eis. Hinter den Spitzenteams aus Mannheim und München wird es nun eng.

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

Im übertragenen Sinne ließ sich dieses Spiel auch durchaus mit einer höheren Bedeutung versehen. Hamburg gegen Berlin ist ja inzwischen mehr als nur ein Eishockey- oder bald auch wieder ein Fußballspiel auf oberster nationaler Ebene. Hamburg und Berlin kämpfen ebenso darum, deutsche Bewerberstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 zu werden. Nicht zufällig haben die Eisbären ihre Aktion zur Unterstützung der Berliner Bewerbung mit der Partie in Hamburg gestartet, sie tragen auf dem Trikot nun das Logo der Initiative „Berlin für Olympia“.

Damit haben die Eisbären die Hanseaten schon mal abgehängt, die Freezers nämlich tragen ihr Logo unter dem Motto „Feuer und Flamme“ erst in einer Woche auf ihren Hosen. Insgesamt passt das gut zur allgemeinen Situation, die Eisbären setzten sich in der ausverkauften Hamburger Arena mit 4:1 (0:0, 1:1, 3:0) gegen die Freezers durch. Es war der vierte Sieg der Berliner im vierten Hauptrunden-Saisonduell in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Hamburgs Kapitän Christoph Schubert erlebte bereits zwei Mal selbst Olympia, allerdings im Winter. 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin war das. „Die Landesfarben dort vertreten zu dürfen, ist schon eine besondere Ehre. Zudem herrscht rund um die Spiele eine ganz besondere Stimmung und Atmosphäre. Ich bin mir sicher, dass die Hamburger hervorragende Gastgeber sein würden. Wenn es die Chance gibt, müssen wir sie ergreifen“, so Schubert. Auch der Eisbären-Kapitän André Rankel spielte schon bei Olympia, 2010 in Vancouver. „Berlins Idee von nachhaltigen Spielen finde ich begeisternd. Die Faszination Olympischer Spiele in meiner Heimatstadt Berlin erleben zu dürfen, wäre großartig! Für mich als Sportler wie auch als sportbegeisterte Privatperson“, so Stürmer Rankel.

Nur noch einen Zähler hinter den Freezers

Für den Moment wichtiger allerdings waren die Punkte in Hamburg für die Eisbären. Vor allem deshalb, weil die Freezers vor dem Spieltag als Dritter der Tabelle vier Zähler vor den Eisbären rangierten. Mit dem Sieg der Mannschaft von Trainer Uwe Krupp wird es jetzt enger hinter den Spitzenteams aus Mannheim und München.

Wichtig für die Berliner war auch, dass sie sich endlich mal wieder auswärts durchsetzen konnten. Vier Mal in Folge hatten sie zuletzt auf fremdem Eis verloren. Krupp machte das zwar keine Sorgen. „Mental möchte ich der Sache nichts zuschreiben. Wir haben auswärts nicht schlecht gespielt“, sagte der Trainer. Dennoch fühlt es sich besser an, die Serie beendet zu haben. Zumal die Eisbären in den letzten zwölf Partien der Hauptrunde mit sechs Auswärtsspielen bei fast ausschließlich Spitzenteams ein sehr schweres Restprogramm haben. „Wir sind froh über die drei Punkte“, sagte Krupp dann auch.

Der Trainer musste in Hamburg überraschend auf Jens Baxmann wegen einer Knieprellung verzichten, weshalb Jonas Müller vom Zweitliga-Kooperationspartner Dresden mitgenommen wurde. Im Tor stand wieder Stammkeeper Petri Vehanen, der einmal mehr stark hielt. Besonders zu Beginn kamen die Eisbären nur schlecht ins Spiel. Doch schon gegen Ende des ersten Drittels lief es besser, zu Beginn des zweiten gelang Darin Olver dann die Führung (24.).

Trainer Krupp lobt das Team

Zunächst glichen die Freezers in Überzahl schnell aus. Nach einer etwas passiveren Phase nutzte Julian Talbot jedoch ein Powerplay zur erneuten Führung für die Eisbären (52.), die in der Endphase immer stärker wurden. Petr Pohl mit einem Alleingang (56.) und Mark Bell mit einem Schuss ins leere Tor (60.) erzielten die weiteren Treffer. „Das war ein qualitativ hochwertiges Eishockeyspiel mit hohem Tempo. Unsere Spieler setzen momentan das um, was wir möchten“, sagte Krupp. Über die Bewerbungschancen für Olympia sagt das natürlich nichts aus.